Hannover (OTS) – Damit die Almen offen bleiben und Lebensräume nicht
zumüllen oder
zuwachsen, packen Freiwillige in Pflegewochen mit an. lavera macht
diese Einsätze im Naturpark Karwendel möglich – für Artenvielfalt,
gelebte Kulturlandschaft und eine stabile Vegetationsdecke als
natürlichen Schutz vor Bodenerosion .
Zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt (22. Mai) rückt
lavera Naturkosmetik den Schutz und die Pflege von Lebensräumen in
den Fokus – ganz konkret dort, wo Natur nicht nur „schön“ ist,
sondern jeden Tag Arbeit bedeutet.
Wer einmal früh am Morgen auf einer Hochalm steht, kennt diese
besondere Stimmung: klare Luft, weite Blicke, das leise Läuten von
Glocken in der Ferne – und eine Landschaft, die so selbstverständlich
wirkt, dass man leicht vergisst, wie viel Pflege sie braucht. Genau
hier setzen die Mitmachaktionen im Naturpark Karwendel an, die aus
Mitteln des lavera Waldprojektes gefördert werden.
Denn die Zahlen zeigen, wie dringend das Thema ist: In der EU
befindet sich der Großteil der unter der Fauna-Flora-Habitat-
Richtlinie bewerteten Lebensräume in einem ungünstigen
Erhaltungszustand – nur 15 % werden als „gut“ eingestuft, 81 % als
„schlecht oder unzureichend“. eea.europa Auch bei den geschützten
Arten ist die Lage angespannt: 27 % der Bewertungen weisen einen
guten, 63 % einen schlechten oder unzureichenden Erhaltungszustand
aus. eea.europa
Auch aus Deutschland kommen seit Jahren deutliche Warnsignale:
Eine vielzitierte Langzeit-Auswertung in Schutzgebieten dokumentierte
bei fliegenden Insekten einen Rückgang der Biomasse um 76 % saisonal
(bis 82 % im Hochsommer) über 27 Jahre . pmc.ncbi.nlm.nih
Pflegeeinsätze im Naturpark Karwendel: Hochalmpflege für
Artenvielfalt und Kulturerbe
In Österreich unterstützt lavera Naturkosmetik unter anderem den
Naturpark Karwendel und ermöglicht Pflegeeinsätze im Rahmen der
Hochalmpflege . Ziel ist es, die typische Kulturlandschaft zu
erhalten – und damit Lebensräume, die Biodiversität und traditionelle
Nutzungsformen (über 50 Pflegeeinsätze des Naturpark Karwendel-Teams
wurden bereits ermöglicht (incl. 12 in 2026).
Sabine Kästner, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei lavera:
„Biodiversität ist die Grundlage funktionierender Ökosysteme, das aus
dem Zusammenspiel von Arten und Lebensräumen funktioniert. Viele
Almflächen könnten ohne Pflege zumüllen oder zuwachsen bzw. sich
verändern und damit ihre Aufgabe im Ökosystem verlieren : Den
Eigentümer:innen fehlen teils die Mittel, um notwendige Arbeiten
umzusetzen, mit dem lavera Waldprojekt stellen wir Mittel zur
Verfügung und fördern Mitmachaktionen , bei denen sich u.a.
Studierende und Naturliebhaber:innen in Freiwilligeneinsätzen
engagieren.“
Die Pflegeeinsätze setzen dort an, wo es für Offenland-
Lebensräume und die Bewirtschaftung entscheidend ist, unter anderem:
– Befreiung von Müll, Steinschlag und Sicherung der Flächen
– Rückschnitt größerer aufkommender Gehölze (z. B. Latschenkiefer),
damit die Almen offen bleiben
– Erhalt der Grundlage für traditionelle Viehwirtschaft
– Bau von Schutzzäunen
Die Bewirtschaftung ist dabei nicht nur kulturell bedeutsam: Sie
trägt dazu bei, dass der Boden dicht bewachsen bleibt und besser
stabilisiert wird – ein wichtiger Faktor als Schutz vor Bodenerosion
, z. B. bei Schnee, Starkregen oder schnellen Witterungswechseln.
Beispiel für einen Pflegeeinsatz (2026)
Der Naturpark Karwendel steht für außergewöhnliche Vielfalt: Laut
Naturpark werden hier 96 Vogelbrutarten , rund 3.000 Pflanzenarten
und über 1.300 Tierarten genannt – eine Artenvielfalt, die oft mit
der des tropischen Regenwalds verglichen wird.
Ein konkretes Beispiel ist der Einsatz vom 16. bis 17. Mai 2026
für Aktiven Arten- und Biotopschutz auf dem Großen & Kleinen
Ahornboden
Der Große Ahornboden ist eine über Jahrhunderte entstandene
Kulturlandschaft, wo bis zu 600 Jahre alte Ahornbäume im Winter
Lawinen und im Sommer Muren trotzen. Bei der Pflanzung der jungen
Ahornbäume, werden diese zum Schutz vor Wildverbiss und vor dem
Weidevieh eingezäunt. Diese Zäune müssen immer wieder kontrolliert
und repariert werden, damit die kleinen Bäume ungestört wachsen
können.
Doch nicht nur die Bäume selber werden durch die Zäune geschützt,
sondern auch die insgesamt 80 Moos- und 135 Flechtenarten die auf
ihren Stämmen und Ästen beheimatet sind profitieren davon.
Mehr zu den Aktionen im Naturpark Karwendel:
Das lavera Waldprojekt (seit 2021)
Das lavera Waldprojekt wurde 2021 gegründet, um dabei zu helfen,
Natur langfristig zu bewahren. Mit Mitteln aus dem Projekt ermöglicht
lavera unter anderem:
– Pflanzevents mit engagierten Naturliebhabern (Aufforstung und
Naturerleben)
– Unterstützung privater Wald- und Almbesitzer:innen bei
Renaturierung und beim Erhalt ökologisch wertvoller Flächen (u.a. im
Naturpark Karwendel)
– Förderung von Forschung sowie Umweltbildung
Informationen zum lavera Waldprojekt unter:
https://www.lavera.de/pages/nachhaltigkeit-projekte