Rechtskräftig: Schweinefabriksbesitzer Hardegg darf VGT nicht terroristisch nennen

Wien (OTS) – Wir erinnern uns: Mitte November 2025 deckte der VGT
durch
zugespieltes Filmmaterial schwere Missstände in der Schweinefabrik
Hardegg im Norden von NÖ auf. Man sieht einen Arbeiter Schweinen ins
Gesicht urinieren, eine Arbeiterin schlägt in Kastenständen fixierte
Schweinemütter mit Stöcken und Metallhaken, und ein Mitarbeiter
wiederum teilt gegen die Schweine Elektroschocks aus. Zusätzlich
kamen auch zahlreiche Verletzungen der mehrheitlich auf
Vollspaltenboden gehaltenen Schweine dieses AMA Vorzeigebetriebs ans
Tageslicht. Gegen diese Veröffentlichung durch den VGT wandte sich
der Besitzer Maximilian Hardegg u.a. mit den Worten, es handle sich
beim VGT um eine „terroristische Vereinigung“, die „mit unseriösen
Mitteln“ arbeite und von der es unverständlich sei, „dass Medien
diesem Verein immer noch glauben“. Da Hardegg auf Bitte des VGT nicht
bereit war, diese Anschuldigungen zurück zu ziehen, musste Klage auf
Unterlassung eingereicht werden. Hardegg verteidigte sich vor Gericht
damit, dass das nur seine Meinung im Sinne eines Werturteils gewesen
wäre. Dem schoben das Handelsgericht Wien und im Rekurs das
Oberlandesgericht Wien in der Verhandlung zur Einstweiligen Verfügung
einen Riegel vor. Jetzt hat das Handelsgericht Wien auch in der Klage
entschieden. Hardegg muss seine Aussage widerrufen und dem VGT Ꞓ
5.423,48 bezahlen sowie seine eigenen Kosten tragen. Hardegg hat das
Urteil anerkannt, es ist damit rechtskräftig.

VGT-Obperson DDr. Martin Balluch dazu: „In Zeiten wie diesen ist
so ein Urteil sehr wichtig. Die FPÖ versucht, wo sie kann, NGOs zu
desavouieren und ihnen ihre Legitimität zu entziehen. Selbst
Bürgerinitiativen werden von diesen Angriffen der FPÖ nicht
verschont. Völlig falsche Behauptungen zu Förderungen sollen diese
Angriffe unterbuttern. In diese Kerbe schlug auch Hardegg, als er den
VGT als terroristische Vereinigung bezeichnete und die Medien
aufforderte, uns nichts mehr zu glauben. Das Urteil des
Handelsgerichts Wien dazu ist jetzt ein wichtiges Signal. Unsere
Arbeit, und die Arbeit der Zivilgesellschaft in Österreich
allgemeiner, ist nicht nur seriös, sondern auch sehr wichtig als
Korrektiv in der Demokratie. Aber genau darum geht’s den Mächtigen
und dem rechten Populismus: es soll kein solches Korrektiv geben. Wie
man bei Orban gesehen hat, der eine Vendetta gegen alle
zivilgesellschaftlichen Organisationen geführt und sie als ‚Wanzen‘
bezeichnet hatte, zerfällt die Demokratie ohne NGOs und die
autokratischen Machthaber werden ungebremst korrupt. Orban ist
explizit Vorbild der FPÖ, seine illiberale Gesellschaft ist das
genannte Ziel von Kickl. Das Urteil gegen Hardegg ist ein Signal,
dass wir dieser geplanten Zerstörung unserer Gesellschaft unseren
Widerstand entgegen setzen! “