Wien (OTS) – „Es gibt wohl keine Mutter, die zum Muttertag Rosen
geschenkt
bekommen will, die aus ausbeuterischer Arbeit, vielleicht sogar aus
Kinderarbeit stammen. Bitte achten Sie daher beim Kauf von Rosen auf
das Fairtrade-Siegel. Nur so können Sie sich sicher sein, dass die
Rosen nicht nur fair gehandelt, sondern auch fair hergestellt wurden“
, appelliert Reinhard Heiserer, Geschäftsführer der österreichischen
Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt , im Vorfeld des Muttertags
am 10. Mai. Laut einer Umfrage der KMU Forschung Austria überreichen
zum heurigen Muttertag zwei Drittel der Österreicherinnen und
Österreicher jeweils ein Geschenk. Die Hälfte davon schenkt Blumen.
An der Spitze stehen dabei Rosen.
Jugend Eine Welt-Projektland Ecuador drittgrößter Rosen-Exporteur
Ecuador, ein langjähriges Projektland von Jugend Eine Welt, gehört zu
den Top3-Ländern der Welt, wenn es um Rosen geht. 73 Prozent der aus
dem Anden-Staat exportierten Schnittblumen sind Rosen. Nur
Niederlande und Kolumbien liegen bei den Verkaufszahlen vor Ecuador.
„Jährlich werden über zwei Milliarden Rosenstiele exportiert, und die
gesamten Blumenexporte erreichen einen Wert von über einer Milliarde
US-Dollar“ , schildert Heiserer, der mehrmals die Region rund um
Cayambe, der Hotspot der Rosenproduktion in Ecuador, besuchte. Direkt
am Äquator auf 2.800 bis 3.000 Metern gelegen, bietet Cayambe
ganzjährig gleichbleibende Temperaturen und eine hohe
Lichtintensität. Idealbedingungen für qualitativ hochwertige Rosen,
die im Ausland großen Absatz finden. „Mehr als 100.000 Menschen sind
im Rosen-Sektor beschäftig, davon 60 Prozent Frauen. Die
Arbeitsbedingungen haben sich in den vergangenen Jahren verbessert.
Lange Arbeitszeiten und ein hoher Leistungsdruck, gepaart mit Löhnen,
die nur knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen, sind jedoch
weiterhin keine Seltenheit. Dazu kommt noch der intensive Einsatz von
Pestiziden. Schließlich müssen die Rosen in bester Qualität und
voller Pracht in Europa in den Blumengeschäften ankommen. Dass die
chemischen Mittel bei den Arbeiterinnen und Arbeitern in Ecuador
gesundheitliche Probleme, wie Hauterkrankungen oder Atembeschwerden,
auslösen, wird jedoch oft vergessen.“
Für fairen Handel, Umweltschutz und gegen missbräuchliche
Kinderarbeit
Heiserer wird daher nicht müde, beim Rosenkauf auf das Fairtrade-
Siegel hinzuweisen. Denn entsprechend zertifizierte Farmen müssen
bestimmte soziale und ökonomische Standards einhalten. Etwa konkrete
Arbeitsbedingungen, die Verfügbarkeit von adäquater
Sicherheitsausrüstung für den Umgang mit Chemikalien, das Verbot von
Kinderarbeit sowie Mitbestimmungsrechte für die Beschäftigten. „Als
Mitträger und Förderer von FAIRTRADE Österreich setzt sich Jugend
Eine Welt seit 29 Jahren, neben der Unterstützung von benachteiligten
Kindern und Jugendlichen, auch für Bedingungen eines fairen Handels,
Umweltschutz und gegen missbräuchliche Kinderarbeit ein. Zudem
unterstützen wir in Ländern des Globalen Südens, wie beispielsweise
in Ecuador, Genossenschaften und Produzenten, die fair gehandelte
Produkte herstellen und international vertreiben“ , so der Jugend
Eine Welt-Geschäftsführer. „Laut einer Statistik ist jede dritte in
Österreich verkaufte Rose eine fair hergestellte und gehandelte Rose.
Das bedeutet aber auch, dass noch immer zwei Drittel der gekauften
Rosen nicht unter fairen Arbeitsbedingungen und ohne
Umweltbelastungen hergestellt werden. Daher mein Appell zum
Muttertag: Eine Rose strahlt umso mehr, wenn sie aus einem Umfeld
kommt, wo Arbeit nicht ausgebeutet und Umwelt geschützt wird.
Schenken Sie bitte faire Rosen!“
Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 |
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