Bernhuber zu EU-Pestizid-Bericht: Europas Bauern produzieren sicherste Lebensmittel der Welt

Brüssel (OTS) – „Der heute veröffentlichte Bericht der
EU-Lebensmittelbehörde EFSA
ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass das europäische
Landwirtschaftsmodell funktioniert. 99 Prozent aller in der EU
kontrollierten Lebensmittel sind sauber. Unsere Bäuerinnen und Bauern
produzieren Tag für Tag die sichersten Lebensmittel der Welt und das
unter den strengsten Auflagen weltweit. Dafür gebührt ihnen Respekt
und Rückhalt, nicht immer neue bürokratische Hürden“, sagt der
niederösterreichische EU-Abgeordnete Alexander Bernhuber, Agrar- und
Umweltsprecher der ÖVP im EU-Parlament, anlässlich der
Veröffentlichung des EFSA-Jahresberichts zu Pestizidrückständen in
Lebensmitteln. “Bei Importen aus Drittstaaten waren die
Pestizidrückstände dagegen fünfmal so hoch.”

Fünfmal höheres Risiko bei Importware – Türkei als Problemfall

Der EFSA-Bericht hat 125.882 Lebensmittelproben aus allen EU-
Mitgliedstaaten analysiert. Das Ergebnis ist eindeutig: Bei Ware, die
in der EU produziert wurde, lag die Beanstandungsrate bei nur einem
Prozent. Das Bild ändert sich dramatisch bei Lebensmitteln von
außerhalb der EU. Die Nicht-Konformitätsrate bei Importen aus Nicht-
EU-Ländern lag mit 5,2 Prozent fünfmal höher als bei EU-Ware.

Besonders alarmierend: Bei Lebensmitteln aus der Türkei war fast
jede siebte Probe nicht konform (14,8 Prozent) – vor allem bei
Granatäpfeln, Zitronen und Tomaten. In einer Trockenobst-Probe aus
Vietnam wurden 36 verschiedene Pestizidrückstände gleichzeitig
nachgewiesen. In einer Kreuzkümmelprobe aus Indien fanden sich 19
nicht konforme Rückstände auf einmal. Bei einer Bananenprobe wurde
der Grenzwert um das 840-fache überschritten. Noch brisanter:
Pestizide, die in der EU seit Jahren verboten sind, tauchen weiterhin
massenhaft in Importware auf. Chlorpyrifos, nachweislich
erbgutschädigend und seit 2020 in der EU nicht mehr zugelassen, wurde
in 90 verschiedenen Lebensmitteln gefunden, hauptsächlich aus Indien,
Ägypten und der Ukraine.

Doppelstandards beenden – Spiegelklauseln jetzt umsetzen

„Diese Zahlen legen den Finger in die Wunde der europäischen
Handelspolitik. Wir verlangen von unseren Landwirten zu Recht höchste
Standards, aber wir öffnen gleichzeitig unsere Märkte für Produkte,
die diesen Standards nicht entsprechen. Das ist unfair gegenüber
unseren Bauern und ein Risiko für unsere Konsumenten. Ich halte es
für mehr als richtig, dass derzeit an neuen Gesetzesvorschlägen
gearbeitet wird, die endlich klar regeln: Wer in den europäischen
Markt liefern will, muss nach europäischen Regeln produzieren. Ohne
Wenn und Aber“, betont Bernhuber.

Pflanzenschutz sichert Versorgung und Qualität

Bernhuber warnt eindringlich davor, den europäischen Bauern
weitere Werkzeuge beim Pflanzenschutz aus der Hand zu nehmen: “Dieser
Bericht beweist schwarz auf weiß, dass unser System funktioniert. Der
europäische Pflanzenschutz ist verantwortungsvoll,
wissenschaftsbasiert und streng kontrolliert. Wer unseren Bauern den
Pflanzenschutz weiter einschränkt, der gefährdet nicht die
Sicherheit, er gefährdet die Eigenversorgung. Und jede Tomate, jeder
Apfel, jede Paprika, die wir nicht mehr selbst anbauen, wird durch
Importware ersetzt, die fünfmal häufiger belastet ist.”

Österreich als Vorbild in der Lebensmittelkontrolle

Besonders erfreulich sind die Ergebnisse für Österreich. Die
österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES
) analysierte 626 verschiedene Pestizidrückstände pro Probe, mehr als
doppelt so viele wie der EU-Durchschnitt und Platz vier in ganz
Europa. In keiner der negativen Statistiken des EFSA-Berichts wird
Österreich auch nur erwähnt. „Österreich zeigt, wie es geht. Unsere
Kontrollen sind vorbildlich, unsere Landwirtschaft produziert auf
höchstem Niveau. Dieses Qualitätsversprechen müssen wir durch
Investitionen absichern, nicht durch Verbote“, sagt Bernhuber.

Fakten statt Angstmache

„Die Debatte um Pflanzenschutz wird leider viel zu oft
ideologisch geführt. Dieser EFSA-Bericht liefert Fakten statt
Angstmache. Die Wissenschaft ist eindeutig: Europäische Lebensmittel
sind sicher, unser Kontrollsystem ist eines der besten der Welt, und
unsere Bauern machen einen hervorragenden Job. Diese Realität muss
sich endlich auch in der politischen Debatte niederschlagen. Ich
werde mich im Europäischen Parlament weiterhin dafür einsetzen, dass
die europäische Landwirtschaft gestärkt und nicht geschwächt wird“,
schließt Bernhuber. (Schluss)