KV Finance: Gewerkschaft GPA bereitet sich auf Warnstreiks vor

Wien (OTS) – Aufgrund der stockenden Kollektivvertragsverhandlungen
für die rund
68.000 Beschäftigten des Finanzsektors fanden diese Woche über
hundert Betriebsversammlungen in ganz Österreich statt. Die
anhaltende Blockadehaltung der Arbeitgeber führt angesichts der
Milliardengewinne der Branche zu großem Unverständnis bei den
Beschäftigten. Zahlreiche Belegschaften haben daher vorsorglich
Streikbeschlüsse gefasst. Kommt es am 4. Mai erneut zu keiner
Einigung, stehen gewerkschaftliche Maßnahmen bis hin zu ersten
Warnstreiks bevor.

„Für die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben ist es nicht
nachvollziehbar, warum die Arbeitgeber in einem Jahr mit fast zwölf
Milliarden Euro an Gewinnen den Teuerungsausgleich für die eigene
Belegschaft verweigern“, berichtet Wolfgang Pischinger,
Chefverhandler der Gewerkschaft GPA und Zentralbetriebsrat der
OBERBANK. Dementsprechend groß sei auch die Bereitschaft der
Beschäftigten für eine faire Anerkennung ihrer Leistung zu kämpfen.
„Wir sind bereit den Druck zu erhöhen. Jetzt liegt es an der
Arbeitgeberseite in der sechsten Verhandlungsrunde ein substanziell
verbessertes, faires Angebot vorzulegen“, so Pischinger.

„Unsere Forderungen sind gerechtfertigt und wirtschaftlich
darstellbar“, betont auch Anita Palkovich, Verhandlerin der
Gewerkschaft GPA. „Wer trotz klarer Zahlen weiter auf Minimalangebote
setzt, provoziert bewusst die eigene Belegschaft. Diese Rechnung geht
nicht auf: Konfliktkosten und Imageschaden stehen in keinem
Verhältnis zu einem fairen Abschluss, der Leistung anerkennt und
Kaufkraft sichert“, so Palkovich weiter. „Die Entscheidung,
Eskalation zu vermeiden, liegt bei den Arbeitgebern“, betont die
Gewerkschafterin abschließend.