Innsbruck (OTS) – Die Waldbrände im Kärntner Lesachtal und der
Steiermark in den
letzten Tagen zeigen, wie rasch sich Feuer in trockenen Wäldern
ausbreiten kann und wie aufwendig die Bekämpfung in steilem,
unwegsamem Gelände ist. Auch Regen bringt nicht sofort Entwarnung:
Glutnester können tief im Boden weiterbrennen und Einsatzkräfte noch
Tage beschäftigen.
Für das kommende Wochenende wird in vielen Regionen Österreichs
sonniges, warmes bis frühsommerliches Wetter erwartet. Damit zieht es
wieder viele Menschen zum Wandern, Spazieren und Erholen in Wald und
Berge. Der Österreichische Alpenverein, die Naturfreunde Österreich
und die Österreichischen Bundesforste appellieren daher gemeinsam an
alle Erholungssuchenden, besonders achtsam unterwegs zu sein.
80 Prozent durch Menschen verursacht
„Wer am Wochenende im Wald und auf Bergen unterwegs ist, kann
ganz konkret dazu beitragen, Brände zu verhindern“, sagt Georg
Rothwangl, Abteilung Raumplanung und Naturschutz des Österreichischen
Alpenvereins . „Gerade im Frühjahr kann der Eindruck täuschen:
Während es bereits grün wird, sind trockenes Laub, Gras, Nadeln,
Reisig und Humusschichten vielerorts leicht entzündlich. Unser Appell
lautet daher: kein Feuer, nicht rauchen, lokale Verbote beachten und
bei Rauch oder Flammen sofort die Feuerwehr alarmieren.“
Auch die Österreichischen Bundesforste, die rund 15 % der
heimischen Wälder betreuen, mahnen zur Vorsicht. „Rund 80 Prozent der
Waldbrände in Österreich werden durch Menschen ausgelöst. Achtlos
weggeworfene Zigaretten, offenes Feuer, Grillen oder heiße Glutreste
können bei Trockenheit gravierende Folgen für die Natur haben“, sagt
Andreas Gruber, Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz der
Österreichischen Bundesforste . „Wir setzen in der Waldbrandvorsorge
auf Bewusstseinsbildung, Zusammenarbeit mit Feuerwehren und
klimafitte, artenreiche Mischwälder mit einer stabilen Humusschicht,
die Feuchtigkeit gut speichert. Aber der wichtigste Beitrag beginnt
beim Verhalten jedes und jeder Einzelnen im Wald.“
„Gerade an schönen Wochenenden zieht es viele Menschen in die
Natur. Umso wichtiger ist es, sich bewusst zu machen, dass schon
kleine Unachtsamkeiten große Folgen haben können. Wer draußen
unterwegs ist, trägt Verantwortung – für sich selbst, für andere und
für unsere Natur“, sagt Regina Hrbek, Leitung Umweltabteilung der
Naturfreunde Österreich : „Achtsamkeit ist der beste Brandschutz.“
Was zu beachten ist:
– Nicht rauchen. Zigaretten und Zündhölzer haben im Wald und in
Waldnähe nichts verloren. Glimmende Stummel niemals wegwerfen – auch
nicht am Wegrand, auf Forststraßen oder Parkplätzen.
Zigarettenstummeln gehören in den Müll und nicht in die Natur.
– Kein offenes Feuer entzünden. Lagerfeuer, Grillen, Fackeln, Kerzen,
Gaskocher oder Feuerstellen sind grundsätzlich im Wald verboten und
bei Trockenheit noch dazu gefährlich. Wo Waldbrandverordnungen
gelten, sind Feuer und Rauchen im Wald und in Waldnähe ausdrücklich
verboten.
– Müll wieder mitnehmen. Glas, Dosen, Verpackungen und anderer Abfall
gehören nicht in die Natur. Sie belasten den Wald und können im
Zusammenspiel mit Sonneneinstrahlung, Hitze, Trockenheit und
menschlichem Fehlverhalten zusätzliche Risiken schaffen.
– Autos nicht auf trockenem Gras abstellen. Heiße Fahrzeugteile
können trockene Vegetation entzünden. Parken Sie nur auf
ausgewiesenen Flächen.
– Sperren und Hinweise beachten. Wenn Wege, Waldflächen oder
Zufahrten aufgrund von Waldbrandgefahr gesperrt sind, gilt: unbedingt
respektieren und ausweichen.
– Bei Rauch oder Feuer sofort 122 wählen. Wer Rauch, Flammen oder
Glutnester entdeckt, sollte umgehend die Feuerwehr alarmieren, den
Standort möglichst genau beschreiben und sich selbst nicht in Gefahr
bringen.
Klimawandel erhöht das Risiko
Nicht jeder einzelne Waldbrand und nicht jede Trockenphase lässt
sich unmittelbar auf den Klimawandel zurückführen. Klar ist aber:
Steigende Temperaturen, häufigere Hitzeperioden und längere
Trockenphasen erhöhen das Risiko für Wald- und Vegetationsbrände.
Besonders betroffen sind Schutzwälder in alpinen Lagen. „Wenn sie
brennen, gehen nicht nur Lebensräume verloren, auch ihre
Schutzwirkung gegen Steinschlag, Erosion, Muren oder Lawinen kann
geschwächt werden“, betont Georg Rothwangl. Umso wichtiger ist es,
diesen natürlichen Schutzschild im Alpenraum zu bewahren, denn sind
Flächen einmal zerstört, brauchen diese Jahrzehnte, um sich zu
regenerieren.