St. Pölten (OTS) – Die WETgruppe setzt gemeinsam mit dem
ÖKOSTROM.KOLLEKTIV eGen einen
neuen Meilenstein in der nachhaltigen Energieversorgung im
gemeinnützigen Wohnbau. Als größte gemeinnützige Bauvereinigung in
Niederösterreich startet das Unternehmen ein Pilotprojekt zur
gemeinschaftlichen Nutzung von Photovoltaikstrom in Wohnhausanlagen.
Gemeinsam mit Wohnbau-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister
stellten Christian Rädler, Geschäftsführer der WETgruppe, sowie Anton
Hechtl und Matthias Zawichowski vom ÖKOSTROM.KOLLEKTIV eGen, das
Projekt am heutigen Montag im Rahmen einer Pressekonferenz vor.
Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister sagte eingangs, dass
Niederösterreich im Bereich des Umweltschutzes schon seit einigen
Jahren Vorreiter sei. „Auch im geförderten Wohnbau setzen wir seit
vielen Jahren ganz konsequent Maßnahmen, die ökologische
Verantwortung gleichzeitig mit sozialer Leistbarkeit vereinbaren
sollen“, führte die Landesrätin aus, dass „ökologisch und leistbar“
wie ein Widerspruch klinge, es in den meisten Fällen aber keiner sei.
„Ein bedeutender Schritt war, dass wir im geförderten Wohnbau das
erste Bundesland waren, das den Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen
umgesetzt hat“, betonte Teschl-Hofmeister, dass diese Entscheidung
„klimapolitisch motiviert“, aber auch „energiepolitisch
vorausschauend“ gewesen sei, denn die jetzigen geopolitischen
Herausforderungen, Krisen und Kriege würden uns einmal mehr deutlich
vor Augen halten, dass Abhängigkeit von fossilen Energieimporten uns
nicht guttue. „Im Eigenheimbereich fördern wir aktiv den Umstieg auf
erneuerbare Energien“, betonte die Landesrätin dabei den
Heizkesseltausch als „langjähriges und zentrales Instrument“. Der
Trend setze sich durch, auf bessere Heizmöglichkeiten wie
Wärmepumpen, Biomasse oder Fernwärme umzusteigen.
Die Landesrätin sprach von einer „gezielten Förderpolitik“, einer
„gezielten Beratung“ und einem „wachsenden Bewusstsein der
Bevölkerung“. „Der Wandel ist möglich und schon im Gange“, führte
Teschl-Hofmeister aus, dass die Abhängigkeit und massiven
Preissteigerungen die Menschen belasten und, dass man deshalb einen
Schritt weitergehe – nämlich „aus der Abhängigkeit in Richtung
erneuerbare Energiequellen“. Man wolle in Zeiten steigender Preise
und, wo es darum gehe, möglichst viel CO2 einzusparen eine
„nachhaltige dezentrale Energieversorgung“. Die Landesrätin bedankte
sich bei der WETgruppe stellvertretend für die gemeinnützigen
Bauträger in Niederösterreich das Land in seinen Bestrebungen als
langjährige Partner zu unterstützen. „Die gemeinnützigen
Wohnbauträger sind mutig, wenn es darum geht, neue Projekte zu
initiieren“, und dieses Pilotprojekt gehe in Richtung Zukunft,
betonte Teschl-Hofmeister, dass man damit den Mieterinnen und Mietern
das Leben erleichtern wolle.
Christian Rädler, Geschäftsführer der WETgruppe, führte aus, dass
im Pilotprojekt der WETgruppe mit ÖKOSTROM.KOLLEKTIV eGen eine
Wohnhausanlage in Statzendorf mit Photovoltaik ausgestattet und in
einer Gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage (GEA) zusammengefasst
worden sei. Man habe keine neue Technologie erfunden, betonte Rädler:
„Wir haben ein Vehikel geschaffen, das eine einfache Abwicklung von
regional erzeugtem Strom ermöglicht zum Vorteil der Mieterinnen und
Mieter“. Mit dem Projekt wolle man der Vorreiterrolle, die man im
Bereich Nachhaltigkeit eingenommen habe, gerecht werden. Ein
wesentlicher Aspekt der Nachhaltigkeitsstrategie der WETgruppe sei
„der sorgsame und nachhaltige Umgang mit unserem Energiemix“, nannte
Rädler die beiden Themen Heizen und Stromproduktion. Das Ziel heim
Heizen sei es bis 2030 den Anteil an Gas durch Heizungstausch und
Sanierung von 50 auf 30 Prozent zu reduzieren. Beim präsentierten
Pilotprojekt gehe es um „eine regionale Stromproduktion und damit um
eine Entlastung der Netze“. Man habe die Kräfte gebündelt: Die
WETgruppe baue Wohnungen und errichte die Anlage, die
ÖKOSTROM.KOLLEKTIV eGen als Partner mache den Betrieb der Anlage, die
Abrechnung und die Organisation der Gemeinschaftlichen
Erzeugungsanlage. „Die Bewohnerinnen und Bewohner profitieren vom
günstigen Strom, der direkt aus der PV-Anlage kommt“, führte Rädler
aus, dass derzeit der regional erzeugte Strom um 16 Cent netto an die
Mieterinnen und Mieter geliefert werden könne – das sei „deutlich
unter dem derzeitigen Marktwert.
Die WETgruppe habe 1.200 Gebäude in ganz Ost-Österreich. „In
einem ersten Schritt wollen wir sehr kurzfristig noch heuer beginnend
30 weitere Objekte genauso wie Statzendorf von klein bis groß in
GEA’s umwandeln und für die regionalen Mieterinnen und Mieter
regionalen Strom anbieten“, sagte Rädler, dass auf lange Sicht auch
die 100 Bestandsanlagen, die man habe, in GEAs umgewandelt werden
sollen.
Anton Hechtl, Geschäftsführer vom ÖKOSTROM.KOLLEKTIV eGen,
betonte ebenfalls die Vorreiterrolle, die man im Bereich
Nachhaltigkeit eingenommen habe. „Wir wollen den CO2-Fußabdruck
verbessern.“ Erreichen wolle man, günstiger als der Marktstrom zu
sein und dabei habe der Gesetzgeber geholfen, weil man in der GEA
keine Netzentgelte bezahle. „Uns ist es ein Anliegen, Strom regional
zu produzieren und zu verbrauchen“, so Hechtl. „Unser Strompreis ist
unabhängig. Es ist eine Absicherung für steigende Energiepreise“,
führte Hechtl aus, dass man wisse, was die Anlage zum Zeitpunkt der
Installation koste und, daher wisse man auch, wie hoch der Strompreis
in den nächsten Jahren sein werde. „Es gibt eine gewisse
Versorgungssicherheit“, führte er aus, dass man natürlich nur dann
Strom liefern könne, wenn die PV-Anlage Strom produziere. „Den Strom,
den die Mieter oder Eigentümer in den Anlagen nicht verbrauchen, der
wird wie bisher an den Netzbetreiber geliefert.“ Hechtl betonte auch
die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls: „Strom wird gemeinsam genutzt
und der Nutzen wird gemeinsam geteilt.“
Matthias Zawichowski vom ÖKOSTROM.KOLLEKTIV eGen, führte aus,
dass man auf Bestandsanlagen gehe und nichts Neues baue: „Wir machen
den Bestand effizienter.“ Es sei wichtig, die alten Anlagen neu zu
organisieren. „Der Gesetzgeber ermöglicht es uns, die alten Anlagen
so zu organisieren, dass der Strom direkt in die Wohneinheit fließt
und dort auch abgerechnet werden kann“, betonte er, dass man damit
die Netze nicht belaste. Dadurch, dass man die Netze entlaste, werde
man vom Gesetzgeber belohnt, dass man keine Netzentgelte, keine
Abgaben und Gebühren den Konsumentinnen und Konsumenten verrechnen
müsse und deswegen seien in Summe diese 16 Cent deutlich günstiger
als der Endkonsumentenpreis für alle Verbraucherinnen und Verbraucher
derzeit.
Nähere Informationen: Büro LR Teschl-Hofmeister, Mag. (FH) Dieter
Kraus, Pressesprecher, Telefon 02742/9005-12655, E-Mail dieter.kraus@
noel.gv.at , WETgruppe, Julia Leitner-Christ, Leitung Marketing & PR,
Telefon 02236/44 800-555, E-Mail j.leitner [email protected] ,
www.wet.at