FMK: Auswertung von 174 neuen Studien: Kein Gesundheitsrisiko durch Mobilfunk erkennbar

Wien (OTS) – Eine Gefährdung der Gesundheit durch hochfrequente
elektromagnetische
Felder unterhalb der geltenden Grenzwerte ist nach aktuellem Stand
der Wissenschaft unwahrscheinlich. Zu diesem Schluss kommt der
jüngste Konsensus des Wissenschaftlichen Beirats Funk (WBF).

Mit der fortschreitenden Digitalisierung wächst auch die Zahl
elektromagnetischer Quellen stetig. Allerdings arbeiten moderne
Endgeräte und Mobilfunknetze heute rund 5.000-mal effizienter als zu
Beginn der mobilen Datenübertragung, sodass die Emissionen gesamt
annähernd gleichgeblieben sind.

Unabhängig davon gilt: Funkfelder sind für den Menschen nicht
direkt wahrnehmbar. Gerade deshalb werden mögliche gesundheitliche
Auswirkungen immer wieder diskutiert. Die wissenschaftliche
Studienlage dazu ist insgesamt zwar umfangreich, aber nicht
einheitlich. Die anhaltende Kontroverse ergibt sich vor allem aus
widersprüchlichen Ergebnissen und unterschiedlichen methodischen
Qualitäten der Studien.

Vor diesem Hintergrund analysieren Expertinnen und Experten des
Wissenschaftlichen Beirats Funk (WBF) in Zusammenarbeit mit externen
Fachleuten seit 2004 jährlich die internationale Studienlage. Ziel
ist es, eine sachliche und wissenschaftlich fundierte Grundlage für
die Bewertung möglicher Gesundheitsrisiken durch Mobilfunk zu
schaffen.

Für den aktuellen Konsensus wurden 174 Studien berücksichtigt,
die zwischen Juli 2024 und Juni 2025 veröffentlicht wurden.
Analysiert wurden Human-, Tier- und Zellstudien sowie Arbeiten zu
Themen wie Krebserkrankungen, Gehirn und Nervensystem, Schlaf und
Befindlichkeit, Kinder und Jugendliche, Dermatologie,
Augengesundheit, HNO, männliche Fertilität, implantierte medizinische
Geräte, Zellbiologie und Dosimetrie.

Ein zentrales Kriterium der Bewertung ist die Qualität des
Studiendesigns. Der WBF weist darauf hin, dass nur wenige Studien auf
neueren Originaldaten beruhen. Zudem lassen sich Ergebnisse aus Tier-
und Zellstudien nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen. Auch
gilt: Nicht jeder messbare Effekt bedeutet automatisch eine
gesundheitliche Beeinträchtigung.

Ergebnisse im Überblick (ein Auszug):

Mobilfunk und Krebs:

– Die Publikationen des vergangenen Jahres erbrachten – bei
Einhaltung der Grenzwerte – keine neuen epidemiologisch fundierten
Hinweise auf gesundheitliche Schäden durch Mobilfunk. Systematische
Reviews und Meta-Analysen zeigen keinen Zusammenhang mit der
Entstehung von Krebserkrankungen.

Mobilfunk und Nervensystem

– Negative Auswirkungen auf kognitive Funktionen können nach heutigem
Wissensstand ausgeschlossen werden. Zwar zeigen einzelne Studien
Veränderungen in Messungen der Hirnaktivität (z. B. EEG, MEG oder
fMRT), diese haben jedoch keine gesundheitliche Relevanz. Auch für
chronische neurologische Erkrankungen wie Kopfschmerzen, Epilepsie
oder neurodegenerative Erkrankungen sowie für die Schlafqualität
wurden keine negativen Effekte festgestellt.

Mobilfunk und Kinder/Jugendliche

– Es liegen weiterhin keine belastbaren Daten vor, die klinisch
relevante Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern auf Kinder und
Jugendliche zeigen.

Zellbiologie

– Der überwiegende Teil der untersuchten Studien weist erhebliche
methodische Schwächen auf. Trotz umfangreicher Daten konnten keine
kausalen Zusammenhänge zwischen zellulären Effekten und der
Einwirkung hochfrequenter elektromagnetischer Felder nachgewiesen
werden. Hinweise auf oxidativen Stress beruhen überwiegend auf
unzureichenden Mess- und Auswertungsmethoden. WBF betont daher die
Notwendigkeit qualitativ hochwertiger, idealerweise doppelt
verblindeter Studien.

Durch die rasche Weiterentwicklung von Funktechnologien bestehen
weiterhin offene Fragen – etwa zur Messung der Exposition und zur
Übertragbarkeit von Tierstudien auf den Menschen. Der WBF empfiehlt
daher standardisierte, verbesserte Messmethoden und zusätzliche
Forschung – insbesondere im Millimeterwellenbereich – sowie die
konsequente Einhaltung von „Good Laboratory Practice“.

Download WBF-Konsensus-Beschluss

https://www.bmwkms.gv.at/themen/telekommunikation-post/funk-
mobilfunk/mobilfunk-gesundheit/Wissenschaftlicher-Beirat-
Funk/expertenforum.html