Frauengesundheit stärken: LBG schreibt Klinische Forschungsgruppe im Bereich Gendermedizin aus

Wien (OTS) – Noch immer werden geschlechtsbezogene Unterschiede in
der Medizin zu
wenig erforscht. Dabei beeinflussen sie maßgeblich, wie Krankheiten
erkannt, behandelt und vorgebeugt werden. Um diese Forschungslücke
fortan zu schließen, schreiben die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG
) und das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (
BMFWF) eine neue Klinische Forschungsgruppe (KFG) zu Frauengesundheit
und Gendermedizin aus. Ziel ist es, zentrale Fragen der Gendermedizin
wissenschaftlich zu untersuchen, Erkenntnisse praxisnah zu übertragen
und somit die klinische Forschung in diesem Bereich entscheidend
voranzubringen. Der Call für die neue KFG ist ab Ende Juni 2026
geöffnet.

„Lange Zeit wurde Medizin vor allem am männlichen Körper
erforscht. Symptome von Herzinfarkten bei Frauen wurden übersehen,
Medikamentendosierungen orientierten sich an männlichen
Durchschnittswerten, und viele Erkrankungen, die vor allem Frauen
betreffen, wurden zu wenig erforscht. Das hat reale Folgen – für
Lebensqualität, Krankheitsverläufe und Überlebenschancen“, so Eva-
Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und
Forschung. „Mit der Investition von 8,32 Millionen Euro in
Gendermedizin und Frauengesundheit setzen wir hier an. Wir schaffen
die Grundlage dafür, dass Unterschiede zwischen Frauen und Männern
systematisch erforscht und in der klinischen Praxis berücksichtigt
werden. Das verbessert Diagnostik, Therapie und Prävention. Und damit
ganz konkret die Versorgung von Patientinnen.“

Zwtl.: Fokus auf den gesamten weiblichen Lebenszyklus

Geschlechterspezifische Unterschiede im Gesundheitswesen haben
weitreichende Auswirkungen: Sie beeinflussen nicht nur die
Prävention, Diagnose und Behandlung zahlreicher Erkrankungen, sondern
auch die Planung und Ausrichtung von Gesundheitsforschung und
Versorgungsstrategien. Vor diesem Hintergrund richtet sich die
bereits dritte KFG-Ausschreibung der LBG gezielt auf
genderspezifische Fragestellungen sowie auf besondere Risikoprofile
und gesundheitliche Bedürfnisse von Frauen. Gesucht wird eine
Klinische Forschungsgruppe, die einen wesentlichen Beitrag zur
Frauengesundheitsforschung, der damit verbundenen
Versorgungsforschung sowie der Gendermedizin leistet.

„Mit der Ausschreibung einer neuen Klinischen Forschungsgruppe zu
Frauengesundheit und Gendermedizin greifen wir ein zentrales Thema
der Gesundheitsforschung auf, das längst überfällig ist“, so LBG-
Präsidentin Freyja-Maria Smolle-Jüttner. „Unser gemeinsames Ziel ist
es, neue wissenschaftliche Erkenntnisse rasch aus der Forschung in
die klinische Praxis zu überführen und so eine Forschungslücke zu
schließen. Damit ermöglichen wir eine Versorgung, die den
spezifischen Bedürfnissen von Patientinnen gerecht wird und leisten
somit einen wichtigen Beitrag zu einer evidenzbasierten und künftig
gerechteren Gesundheitsversorgung.“

Gefördert werden Forschungsfragen zu Erkrankungen und
Gesundheitsaspekten, die ausschließlich oder überwiegend Frauen
betreffen oder mit spezifischen biologischen Merkmalen des weiblichen
Körpers zusammenhängen. Besonders im Fokus stehen dabei Themen
entlang des gesamten weiblichen Lebenszyklus: von der reproduktiven
Phase mit Schwangerschaft und Geburt über Peri-, Meno- und
Postmenopause bis hin zu gesundem Altern.

Dazu zählen aber eben nicht nur gynäkologische Aspekte, sondern
eine Vielzahl von spezifischen körperlichen und psychischen
Erkrankungen, die entweder bei Frauen häufiger als bei Männern
auftreten oder die bei Frauen einen anderen Verlauf nehmen und einen
anderen therapeutischen Ansatz benötigen.

Durch das neue, zu fördernde Projekt soll die Forschung zu
geschlechtersensibler Medizin in Österreich nachhaltig gestärkt und
langfristig zur Verbesserung der medizinischen Gleichstellung im
Gesundheitswesen beigetragen werden.

Zwtl.: Klinische Forschungsgruppen: Vom Labor in die Praxis

Das von der LBG gemeinsam mit dem BMFWF initiierte Förderprogramm
Klinische Forschungsgruppen ist Österreichs erste kollaborative
Forschungsinitiative mit klarem Fokus auf patient:innenorientierte
und medizinisch hochrelevante Fragestellungen in der nicht-
kommerziellen klinischen Forschung. Seit 2022 schließt die LBG damit
eine wichtige Lücke zwischen Grundlagenforschung und anwendungsnaher
medizinischer Entwicklung. Für das Programm stehen in dieser
Ausschreibung 8,32 Millionen Euro für eine Laufzeit von acht Jahren
zur Verfügung.

Die Auswahl der KFG erfolgt im Peer-Review-Verfahren durch eine
internationale Expert:innen-Kommission.

Die Einreichunterlagen sind ab Ende Juni online über die Webseite
der LBG verfügbar, die Einreichung ist bis 6. November 2026 über das
LBG Online-Portal eSubmission möglich. Weitere Informationen zum Call
finden Sie unter https://lbg.ac.at/kfg .