ÖIF-Deutschkurse: Mehr Verbindlichkeit, verpflichtendes Selbstlernen und digitale Kompetenzen als fixer Bestandteil

Wien (OTS) – Deutsch ist die Grundlage für gelingendes Zusammenleben
in
Österreich. Eine gemeinsame Sprache verbindet Menschen, schafft
Zugehörigkeit und bildet das Fundament unseres gesellschaftlichen
Zusammenhalts. Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) ist gemäß
Integrationsgesetz die zentrale Anlaufstelle für das Deutschlernen im
Integrationsbereich. Wer in Österreich Schutz erhalten hat oder als
Vertriebener hier lebt und Deutsch lernen muss, erhält beim ÖIF
flächendeckend qualitätsgesicherte Kurse. Die ÖIF-Deutschkurse werden
an rund 250 Kursstandorten in ganz Österreich durchgeführt – von der
Alphabetisierung bis zum Sprachniveau C1. Nun entwickelt der ÖIF die
Deutschkurse gemeinsam mit dem Bund weiter: Mitwirkung wird gestärkt,
Selbstlernen verbindlich, berufsbegleitendes Deutschlernen ausgebaut
und digitale Kompetenzen in allen Kursen verankert. Die neuen
Deutschkurse starten ab April 2026 in ganz Österreich.

Claudia Bauer, Integrationsministerin: „Integration ist kein
Angebot, sondern eine Verpflichtung und Deutsch ist der Schlüssel
dazu. Wer in Österreich leben will, muss die Sprache lernen, arbeiten
gehen und sich an unsere Regeln und Werte halten. Genau deshalb
stellen wir die ÖIF-Deutschkurse mit verpflichtenden
Selbstlernzeiten, mehr Flexibilität durch Abend- und Onlineangebote
und einem klaren Fokus auf das echte Leben neu auf, von der
Kommunikation im Job bis zum Verständnis regionaler Dialekte. Wir
erwarten Eigenverantwortung und aktive Mitarbeit, denn Fortschritt
entsteht durch Übung und Engagement. Denn wer hier leben will, muss
verstehen und verstanden werden.“

Roland Goiser, stv. Direktor des ÖIF: „Deutschlernen ist weit
mehr als ein Schritt in Richtung Arbeitsmarkt: Eine gemeinsame
Sprache ist die Grundlage für Integration und Zusammenhalt in unserer
Gesellschaft. Der ÖIF stellt in ganz Österreich alltagsnahe
Deutschkurse mit einer gesetzlich festgeschriebenen, bundesweit
einheitlichen Qualitätssicherung bereit. Aktive Mitarbeit und
verpflichtende Selbstlernzeiten sind künftig ein verbindlicher
Bestandteil im Sinne eines nachhaltigen Kurserfolgs.“

Zwtl.: Neue Deutschkurse machen Selbstlernen und Mitwirkung
verbindlich

Die Ergebnisse der vergangenen Jahre zeigen: Wer durchgehend
teilnimmt, aktiv mitarbeitet und eigenständig lernt, macht beim
Deutschlernen bessere Fortschritte. Hier setzen die neuen Kursformate
an: Der Unterricht vor Ort wird mit verpflichtenden, klar
strukturierten und begleiteten Selbstlernzeiten kombiniert. Diese
Selbstlernzeiten sind verbindlich, werden dokumentiert und fließen in
die Leistungsbeurteilung ein. Damit wird Deutsch auch außerhalb des
Unterrichts konsequent geübt und angewendet. Wer nicht regelmäßig
teilnimmt, nicht aktiv mitarbeitet oder Selbstlernzeiten nicht
einhält, muss mit Konsequenzen bis hin zum Kursausschluss rechnen.
Für Teilnehmer/innen, die zu Hause keine guten Lernbedingungen haben,
stellen die ÖIF-Kursträger Selbstlernräume vor Ort bereit.

Zwtl.: Deutschlernen und Arbeiten sollen Hand in Hand gehen

Aus Integrationssicht ist entscheidend: Arbeiten und
Deutschlernen dürfen kein Gegensatz sein, sie müssen Hand in Hand
gehen. Dass Arbeit und Deutschlernen in der Praxis oft parallel
stattfinden, zeigt eine aktuelle Auswertung: Über alle Sprachniveaus
hinweg gibt eine Mehrheit der Kursteilnehmer/innen an, in Österreich
bereits gearbeitet zu haben. Der ÖIF baut das berufsbegleitende
Deutschlernen daher gezielt weiter aus – insbesondere mit mehr Kursen
am Abend, zu Randzeiten und online. Damit kommen die neuen
Deutschkurse gezielt auch jenen entgegen, die bereits arbeiten oder
Betreuungsverpflichtungen haben. Zugleich werden die Kursinhalte
stärker an beruflichen Anforderungen ausgerichtet.

Zwtl.: Digitale Kompetenzen und regionale Dialekte in allen Kursen

Gleichzeitig werden digitale Grundkompetenzen als fixer
Bestandteil verankert: Die Teilnehmer/innen lernen künftig in allen
ÖIF-Deutschkursen auch den Umgang mit digitalen Behördenwegen, Online
-Bewerbungen oder der Nutzung von Lernplattformen für das
eigenständige Lernen. Damit wird selbstständiges Lernen über den Kurs
hinaus gestärkt. Ergänzend bereiten die neuen Kurse stärker auf die
sprachliche Realität in den Regionen vor – vor allem im
Hörverständnis regionaler Dialekte.

Zwtl.: Besonderes Augenmerk auf Frauen und Eltern

Für Frauen und Eltern mit Betreuungsverpflichtungen ermöglicht
eine bedarfsorientierte begleitende Kinderbeaufsichtigung die
Kursteilnahme. Künftig werden auch Kinder während der Betreuung
sprachlich gefördert, während ihre Eltern am Kurs teilnehmen.
Ergänzend bieten die ÖIF-Frauenzentren Beratungs- und
Unterstützungsangebote, die Frauen bei der Integration stärken und im
Bedarfsfall auch bei Sprachbarrieren den Zugang zu Hilfe erleichtern.

Zwtl.: Transparente Vergabe, effiziente Umsetzung und gesetzlich
normierte Kursqualität

Das Ziel der ÖIF-Deutschförderung ist der verantwortungsvolle
Einsatz öffentlicher Mittel: Die Vergabe der ÖIF-Deutschkurse erfolgt
transparent über die Bundesbeschaffung GmbH (BBG) im Rahmen eines
öffentlichen Vergabeverfahrens nach dem Bestangebotsprinzip, bei dem
Qualität und Preis gleich gewichtet werden. Damit sind ein
effizienter Mitteleinsatz und hohe Unterrichtsstandards in ganz
Österreich sichergestellt. Ein Alleinstellungsmerkmal der ÖIF-
Deutschkurse ist die gesetzlich verankerte, bundesweit einheitliche
Qualitätssicherung. Diese hohe Qualität wird auch von den
Teilnehmer/innen bestätigt: Neun von zehn geben an, mit den ÖIF-
Deutschkursen sehr zufrieden zu sein.

Zwtl.: Transparenter Datenaustausch: ÖIF stellt Behörden tagesaktuell
Kursdaten zur Verfügung

Transparenz ist dabei ein wesentlicher Punkt: Der ÖIF
dokumentiert alle relevanten Informationen zu jedem geförderten
Deutschkursplatz und übermittelt diese tagesaktuell an die
Integrationsschnittstelle des Bundes. Damit können zuständige Stellen
wie Sozialhilfestellen der Bundesländer, AMS und andere Behörden
tagesaktuell nachvollziehen, welche Maßnahmen beim ÖIF absolviert
wurden und ob Integrationspflichten erfüllt werden.

Über den Österreichischen Integrationsfonds

Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) unterstützt als Fonds
der Republik Österreich die Integration von Asylberechtigten,
subsidiär Schutzberechtigten, Vertriebenen sowie Zuwander/innen.
Gemäß Integrationsgesetz stellt der ÖIF Deutschkurse, Werte- und
Orientierungskurse, individuelle Beratungen und ergänzende
Integrationsmaßnahmen bereit. Im Jahr 2025 wurden vom ÖIF rund 56.000
Deutschkursplätze gefördert. Mit Integrationszentren in allen neun
Bundesländern gewährleistet der ÖIF ein flächendeckendes Angebot.