Wien (OTS) – Es zeigt sich immer deutlicher, wie realitätsfern die
Energiepolitik
der Europäischen Union geworden ist. Während Brüssel weiterhin
ideologisch motivierte Importverbote diskutiert, öffnen selbst die
USA wieder Spielräume für russisches Öl auf dem Weltmarkt. „Selbst
Washington handelt inzwischen pragmatisch. Asiatische Staaten wie
China und Indien sichern sich verstärkt russisches Öl, nachdem die
USA zuletzt den Druck auf Neu-Delhi vorübergehend gelockert haben“,
erklärt Mayer. Darüber hinaus zeichne sich immer klarer ab, dass die
USA derzeit von Sanktionen gegen Staaten absehen, die russisches Öl
beziehen, um die Stabilität des Weltmarkts nicht weiter zu gefährden.
Hintergrund sind zunehmende Spannungen rund um die Strait of
Hormuz, durch die rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-
Lieferungen transportiert wird. Aufgrund der jüngsten Eskalationen
waren zuletzt Millionen Barrel Rohöl auf See blockiert. Schätzungen
zufolge befinden sich derzeit Rohöllieferungen im Wert von rund 1,3
Milliarden Euro auf Tankern auf der Suche nach Käufern, während
asiatische Staaten versuchen, mögliche Lieferengpässe mit
zusätzlichen russischen Importen auszugleichen. „Während andere
Weltregionen pragmatisch handeln, sind die einzigen, die sich
weiterhin ideologisch gegen eine Versorgung in dieser Krisenzeit mit
allen verfügbaren Energiequellen sperren, nicht gewählte Eurokraten
in Brüssel“, so Mayer.
Besonders die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hielten weiterhin an Plänen fest, ein
vollständiges Verbot russischer Ölimporte vorzulegen. „Die Realität
ist jedoch eine andere: Während Europa seine bisherigen
Versorgungsstrukturen aufgegeben hat, verkauft Russland seine
Rohstoffe mittlerweile zu deutlich höheren Preisen auf dem Weltmarkt
und kann sich seine Käufer aussuchen. Das war ein strategischer
Schuss ins Knie der europäischen Energiepolitik“, erklärt Mayer.
Die Folge sei, dass Europa zunehmend auf strategische Notreserven
zurückgreifen müsse, die von der International Energy Agency
koordiniert werden. Doch auch diese Reserven seien begrenzt. „Derzeit
werden im Golfraum rund 16 Millionen Barrel Öl pro Tag weniger
produziert. Die rund 400 Millionen Not-Barrel würden unter diesen
Umständen nicht einmal einen Monat reichen und es dauert rund zwei
Wochen, bis diese Mengen überhaupt auf dem Markt verfügbar sind“,
warnt Mayer.
Für den FPÖ-Europaabgeordneten ist daher klar: „Wenn bereits
jetzt – bei einer nur teilweisen Störung globaler Energieflüsse –
strategische Reserven angezapft werden müssen, stellt sich eine
entscheidende Frage: Was passiert erst in einem echten
Versorgungsnotfall?“ Abschließend fordert Mayer eine Kurskorrektur in
der europäischen Energiepolitik: „Europa braucht eine pragmatische
Energiepolitik statt ideologischer Verbote. Versorgungssicherheit und
wirtschaftliche Vernunft müssen wieder Vorrang vor politischen
Symbolmaßnahmen haben.“