Wien (OTS) – Oktober 1789: Eine bedrohliche Menschenmasse nähert sich
Schloss
Versailles in der Nähe von Paris. Vor den Toren des Schlosses, in dem
sich der König befindet, fordern die Menschen politische
Veränderungen und Essen für die hungernde Bevölkerung. Die meisten
der Protestierenden sind Frauen. Einige Monate nach dem Sturm auf die
Bastille ist der Frauenmarsch nach Versailles ein weiterer Höhepunkt
der Französischen Revolution. Frauen spielen in der Französischen
Revolution eine bedeutende Rolle. Neben den allgemeinen Forderungen
nach mehr Mitspracherecht für Bürgertum und Bauernschaft kämpfen sie
für ihre Rechte. Doch warum sind diese Frauen in Vergessenheit
geraten? Und was wurde aus ihren Forderungen? Anlässlich des
Internationalen Frauentages (Details zum ORF-Programmschwerpunkt
unter https://tv.ORF.at abrufbar) wirft „Universum History“ mit der
Dokumentation „Freiheit, Gleichheit, Schwesterlichkeit – Heldinnen
der Französischen Revolution“ von Mathieu Schwartz und Émelie
Valentin am Freitag, dem 6. März 2026, um 22.35 Uhr in ORF 2 und auf
ORF ON ein Schlaglicht auf die französischen Revolutionärinnen von
1789.
Eine der bekanntesten Frauenrechtlerinnen jener Zeit war die
Schriftstellerin Olympe de Gouges. In der ersten Verfassung der nun
konstitutionellen Monarchie beschränken sich fast alle
Errungenschaften nur auf Männer. Olympe de Gouges reagiert 1791 mit
ihrer berühmten Erklärung über die Rechte der Frau und Bürgerin. In
27 Artikeln fordert sie darin die rechtliche Gleichstellung von
Frauen und Männern.
Eine andere Vorkämpferin war Anne-Josèphe Théroigne, genannt
„Théroigne de Méricourt“, die aus einfachen Verhältnissen stammte und
durch die Revolution politisiert wurde. Sie nimmt regelmäßig an den
Sitzungen der Nationalversammlung teil und beginnt schließlich selbst
Reden zu halten. Eine ihrer zentralen Forderungen ist, dass Frauen
Waffen tragen dürfen. Illustrationen zeigen die „Amazone der
Französischen Revolution“ oft mit Pistole und Säbel. 1791 wird es
gefährlich für Théroigne de Méricourt. Sie flüchtet aus Paris, wird
jedoch in ihrem Heimatort in Belgien, damals Teil des
Habsburgerreiches, verhaftet und in die 800 Kilometer entfernte
Gefängnisfestung in Kufstein in Tirol gebracht. Dort verbringt sie
mehrere Monate in Haft.
Ein Erfolg der Frauen ist die Einführung des Scheidungsrechts
1792. Doch die Revolution gerät zunehmend aus dem Ruder. Maximilien
de Robespierre errichtet eine Terrorherrschaft. Menschen, die als
Feinde des Systems gelten, werden verfolgt, inhaftiert oder
hingerichtet. Für die Frauenbewegung bedeutet diese Entwicklung einen
herben Rückschlag. Langfristig gesehen hat die Französische
Revolution Denk- und Handlungsräume eröffnet, die für die europäische
Frauenbewegung bedeutend sein werden.