Wien (OTS) – Der Österreichische Bauernbund veröffentlichte jüngst
Zahlen zur
angespannten Einkommenssituation in den verschiedenen Sparten der
Landwirtschaft und verdeutlicht, wie groß die Herausforderungen
entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Agrarsektor sind. Für die
Österreichische Landarbeiterkammer ist klar: Eine wirtschaftlich
tragfähige Landwirtschaft ist die Voraussetzung für stabile
Beschäftigung und gute Arbeitsbedingungen im ländlichen Raum.
„ Wenn Erzeugerpreise über längere Zeit unter Druck stehen, wirkt
sich das nicht nur auf die Betriebe selbst, sondern auch auf die dort
arbeitenden Menschen aus “, betont ÖLAK-Präsident Ing. Andreas
Freistetter. Faire und planbare Rahmenbedingungen sind daher im
Interesse aller Beteiligten – von den bäuerlichen Familienbetrieben
über die Beschäftigten bis hin zu Verarbeitung, Handel und
Konsumentinnen und Konsumenten.
Präsident der Landarbeiterkammer Tirol Bgm. Andreas Gleirscher
weiß: „ Eine ausgewogenere Verteilung der Wertschöpfung ist die
Grundlage für stabile Betriebe und sichere Arbeitsplätze. Nur wenn am
Beginn der Produktionskette ausreichend Spielraum vorhanden ist,
können gute Arbeitsbedingungen und Qualifizierung langfristig
gewährleistet werden “.
Österreichische Betriebe und ihre Beschäftigten stehen jedoch
auch unter zunehmendem Druck durch internationale Märkte. „
Importierte Agrarprodukte werden im Ausland vielfach unter
Bedingungen produziert, die anderen Umwelt-, Tierwohl- oder
Pflanzenschutzauflagen unterliegen als in Österreich. Das führt zu
Wettbewerbsverzerrungen, die langfristig sowohl Betriebe als auch
Beschäftigung im Inland gefährden können “, ergänzt der Präsident der
steiermärkischen Landarbeiterkammer HR Ing. Eduard Zentner.
Besonders wichtig ist, dass Maßnahmen zur Stärkung der
Landwirtschaft auch die Situation der Beschäftigten berücksichtigen.
Faire Entlohnung, angemessene Arbeitszeiten und sichere
Arbeitsbedingungen sind zentrale Bestandteile einer zukunftsfähigen
Agrar- und Ernährungspolitik. ÖLAK-Vizepräsident Alexander Rachoi
stellt klar: „ Die derzeitigen Marktbedingungen verdeutlichen, wie
entscheidend die Zusammenarbeit von Politik, Landwirtschaft,
Verarbeitung, Handel und Sozialpartnern ist, um wirtschaftliche
Stabilität, Versorgungssicherheit und soziale Nachhaltigkeit zu
gewährleisten. “
Die Landarbeiterkammern sprechen sich daher für einen
konstruktiven Dialog entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus, um
langfristig stabile Preise, sichere Versorgung und gute Arbeit
sicherzustellen.