Wien (OTS) – Die längste Rezession in der Geschichte der 2. Republik
scheint
vorerst überwunden. Laut Prognose soll sich die Wirtschaftsleistung
heuer nach knapp drei Jahren leicht erholen. Die Rezession hat
allerdings deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. Nicht
nur ist die Arbeitslosigkeit stark gestiegen, sondern hat sich bei
vielen Menschen auch verfestigt. Das ist in mehrfacher Hinsicht ein
Problem: Für die Betroffenen steigt das Risiko von Armut und sozialer
Ausgrenzung, und je länger die Arbeitslosigkeit andauert, desto
schwieriger gestaltet sich der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt.
Die Regierung entlastet in diesen schwierigen Zeiten mit der
Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel viele Menschen. AK
Präsidentin Renate Anderl warnt jedoch davor, bei der aktiven
Arbeitsmarktpolitik zu sparen. „Die beschlossenen Entlastungen sind
wichtig, aber es darf keinesfalls bei der Beratung, den Förderungen
und Ausbildungen für Arbeitsuchende gespart werden. Einsparungen in
diesem Bereich können sich schnell rächen und bewährte Strukturen
nachhaltig schädigen, die in dieser Form nur schwer wieder aufgebaut
werden könnten“, so Anderl.
Die Industriestrategie der Regierung wird ebenfalls von der
Arbeiterkammer begrüßt, insbesondere in Verbindung mit einer
Fachkräftestrategie. Eine solche Fachkräftestrategie kann jedoch nur
mit ausreichend Mitteln für entsprechende Aus- und Weiterbildungen
sinnvoll verwirklicht werden. „Angesichts der angespannten Lage und
der Verfestigung der Arbeitslosigkeit ist es immens wichtig, bewährte
Projekte mit ausreichend finanziellen Mitteln langfristig abzusichern
und weiterzuentwickeln“, sagt die AK Präsidentin.
Sowohl konjunkturelle als auch strukturelle Faktoren sprechen für
den Ausbau der aktiven Arbeitsmarktpolitik. „Wollen wir Wertschöpfung
erhalten, den Wirtschaftsstandort stärken und gleichzeitig Armut
vermeiden und Menschen Chancen bieten, dann brauchen wir die
Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik mehr denn je“, betont
Renate Anderl.