Věra Jourová, frühere Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, als erster Karel-Schwarzenberg-Fellow am IWM

Wien (OTS) – Mit einem neuen Fellowship erinnert das Institut für die
Wissenschaften vom Menschen an das Wirken des bedeutenden tschechisch
-österreichischen Politikers Karel Schwarzenberg und würdigt sein
lebenslanges Engagement für Freiheit und Menschenrechte. Im Februar
begrüßen wir mit der ehemaligen EU-Kommissarin Vĕra Jourová eine
Persönlichkeit, die mit ihrem Einsatz für Datenschutzrechte und die
Regulierung digitaler Plattformen einen prägenden Einfluss auf die
europäische Politik genommen hat.

Das Schwarzenberg-Fellowship wird auf Einladung des IWM-
Kollegiums vergeben und ist für Persönlichkeiten designiert, deren
Denken und Wirken die öffentliche Debatte maßgeblich mitbestimmt
haben, insbesondere in Bezug auf Themen, die für Karel Schwarzenberg
wichtig waren: Geschichte und Zukunft Europas, die Idee
Mitteleuropas, Stärkung von Zivilgesellschaft, Diplomatie,
Philanthropie sowie der Menschenrechte.

„Karel Schwarzenberg war nicht nur ein großer Unterstützer und
treuer Freund des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen. Er
war auch einer der energischsten Förderer der Interessen
Zentraleuropas und insbesondere Tschechiens. Es ist uns eine
besondere Ehre, Vĕra Jourová als ersten Karel-Schwarzenberg-Fellow am
Institut willkommen zu heißen,“ sagt Misha Glenny, Rektor des IWM.

Unter dem Titel „Democracies under Stress: What to Do?” lädt das
IWM in Kooperation mit der Botschaft der Tschechischen Republik in
Wien am 19. Februar zu einer öffentlichen Auftaktveranstaltung ein.
Einem Kurzvortrag von Vĕra Jourová folgt eine Diskussion mit IWM-
Rektor Misha Glenny. Moderiert wird die Veranstaltung von Anna
Durnova, Professorin für Soziologie an der Universität Wien.
Gastgeber ist der Botschafter der Tschechischen Republik in Wien,
Jiří Šitler.

Eine Woche zuvor, am 12. Februar , spricht Jourová im
Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI)
über die Auswirkungen digitaler Plattformen und künstlicher
Intelligenz auf Demokratie und öffentlichen Diskurs . Die Plätze sind
begrenzt; um Anmeldung bis zum 5. Februar wird gebeten .

Karel Schwarzenberg (1937–2023) war ein tschechisch-
österreichischer Politiker und Staatsmann. Während der
kommunistischen Ära war er ein wichtiger Unterstützer oppositioneller
Stimmen. Von 1984 bis 1991 war Schwarzenberg Vorsitzender der
Internationalen Helsinki-Föderation für Menschenrechte. Nach 1990
wurde er Kanzler des neu gewählten tschechoslowakischen Präsidenten
Václav Havel und amtierte von 2007 bis 2009 sowie von 2010 bis 2013
als tschechischer Außenminister. Schwarzenberg war ein langjähriger
Freund des Instituts und stand viele Jahre dem Board of Patrons des
IWM vor.

Vĕra Jourová ist eine tschechische Politikerin und Juristin. Sie
war von 2014 bis 2019 EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucherschutz
und Gleichstellung sowie von 2019 bis 2024 Vizepräsidentin der
Europäischen Kommission für Werte und Transparenz. Zwischen 2013 und
2014 war sie Abgeordnete des tschechischen Abgeordnetenhauses und
2014 tschechische Ministerin für Regionalentwicklung. Im Jahr 2019
nahm das Time Magazine Jourová in seine Liste der 100
einflussreichsten Persönlichkeiten auf und verwies dabei auf ihre
Rolle bei der Einführung der Datenschutz-Grundverordnung und neuer
Datenschutzrechte als EU-Kommissarin.