Krems (OTS) – Über 1.000 Beschäftigte aus ganz Österreich haben an
der KI-Studie
der IMC Hochschule für Angewandte Wissenschaften Krems (IMC Krems)
teilgenommen. Die Ergebnisse lassen sich in drei Kernaussagen
zusammenfassen: Generative KI ermöglicht Zeitgewinne von bis zu 20
Prozent am Arbeitsplatz, diese werden überwiegend wieder in die
Unternehmen investiert – gleichzeitig bleiben rund 70 Prozent der
identifizierten Produktivitätspotenziale bislang ungenutzt.
Zwtl.: Österreichweite Befragung und Methodik
Im zweiten Halbjahr 2025 wurden Büromitarbeiter*innen in
Zusammenarbeit mit dem Haus der Digitalisierung online zu ihren GenAI
-Nutzungserfahrungen befragt (z. B. ChatGPT, Perplexity). Die
österreichweite Stichprobe bildet ein breites branchenspezifisches
Spektrum ab. Bis Ende Dezember lagen die vollständigen Datensätze von
1.016 Teilnehmer*innen vor, die in die aktuelle Auswertung
eingeflossen sind. 60 Prozent arbeiten in KMU, rund 40 Prozent in
Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeiter*innen.
Zwtl.: Mehrheit der Beschäftigten noch am Anfang der GenAI-Lernkurve
Mehr als 70 Prozent der Teilnehmer*innen gaben an, dass sie über
GenAI-Anwendungserfahrung von weniger als einem Jahr verfügen. Der
Großteil der Arbeitnehmerschaft steht damit noch am Anfang der
Ausschöpfung der Nutzungspotenziale.
Zwtl.: Bis zu 20% Zeiteinsparung am Arbeitsplatz
20 Prozent der Teilnehmer*innen erzielen am Arbeitsplatz
Zeiteinsparungen von vier bis acht Stunden pro Woche durch GenAI. Das
entspricht Arbeitszeiteinsparungen von 10 bis 20 Prozent, bezogen auf
eine 40-Stunden-Woche.
Besonders relevant ist, dass rund 70 Prozent der Anwender*innen
noch am Anfang der GenAI-Lernkurve stehen. Entsprechend werden in
Unternehmen aktuell nur etwa 30 Prozent der identifizierten
Produktivitäts-Potenziale genutzt (entspricht dem Anteil der KI-
erfahrenen Belegschaft in Betrieben derzeit). Unternehmen, die die
Anwendung von GenAI gezielt fördern und in entsprechende Maßnahmen
investieren, haben daher die Chance, erhebliche Produktivitätsgewinne
zu realisieren, die derzeit noch unerschlossen sind.
Zwtl.: Zeitgewinne fließen überwiegend zurück in die Unternehmen
Ein weiteres Ergebnis der Studie zeigt, dass die durch GenAI
gewonnene Arbeitszeit überwiegend den Unternehmen zugutekommt. Die
Befragten wurden auch danach gefragt, wie sie die erzielten
Zeitgewinne nutzen.
Denn nur rund ein Viertel der Arbeitnehmer*innen verwendet die
gewonnene Zeit für persönliche Zwecke, etwa in Form längerer Pausen
bei der Arbeit oder Vermeidung von Überstunden. Über 60 Prozent
investieren die Zeitgewinne jedoch direkt wieder in ihre Arbeit und
damit direkt in das Unternehmen.
Dies geschieht auf drei Arten: Arbeitnehmer*innen erledigen mehr
Aufgaben pro Tag, verkürzen ihre Reaktions- und Durchlaufzeiten und
nutzen die frei gewordene Zeit für höherwertige Tätigkeiten, etwa
kreative Aufgaben. In allen drei Fällen fließen die
Produktivitätsgewinne unmittelbar in die Unternehmen zurück.
Zwtl.: Investitionen gezielt einsetzen
Gleichzeitig zeigt die Studie: KI-Potenziale entstehen in
Unternehmen nicht automatisch. Vor diesem Hintergrund wurden die über
1.000 Studienteilnehmer*innen auch gefragt, in welche Themen und
Bereiche Unternehmen investieren müssen, damit der Einsatz von GenAI
im Arbeitsalltag wirksam wird. Die Ergebnisse liefern klare
Ansatzpunkte, um die bislang ungenutzten 70 Prozent des Potenzials
gezielt zu erschließen.
Zwtl.: Über das Projekt „KI-Potenzial in KMU“
Das Forschungsprojekt wird durch das Land Niederösterreich (
Gesellschaft für Forschungsförderung NÖ) finanziert. Partner ist auch
das niederösterreichische IT-Unternehmen MBIT, das ein Analyse- und
Bewertungsinstrument für KMU entwickelt. Beteiligte IMC-Forscher*
innen sind die Professor*innen Michael Bartz (Projektleiter), Doris
Berger-Grabner, Ruben Ruiz Torrubiano und Denise Kleiss. Wichtige
Partner sind das Haus der Digitalisierung und die Wirtschaftskammer
Niederösterreich.
Der Einstieg in die Studie ist weiterhin möglich. Mitarbeiter*
innen und Führungskräfte sind eingeladen, im ersten Schritt den
Online-Fragebogen auszufüllen.
Anfragen an Studienleiter Prof. Michael Bartz: michael.bartz@
imc.ac.at