Wien (OTS) – Fünf Jahre nach dem Start der Wiener
Sonnenstrom-Offensive zog
Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky in der Fragestunde in der heutigen
Sitzung des Wiener Gemeinderats eine beeindruckende Bilanz: Die
Photovoltaik-Leistung wurde in diesem Zeitraum von 50 MWp auf knapp
325 MWp mehr als versechsfacht – und damit auch das Ziel für 2025
deutlich übertroffen. Ursprünglich waren bis Jahresende 250 MWp
vorgesehen; erreicht wurden nun 75 MWp mehr als geplant. Insgesamt
können damit über 92.600 Wiener Haushalte mit sauberem Sonnenstrom
versorgt werden.
„Die ersten fünf Jahre der Offensive haben eine neue Dynamik im
städtischen PV-Ausbau geschaffen und zeigen, wie rasch Fortschritt
möglich ist, wenn Maßnahmen treffsicher gesetzt werden.“, sagt
Czernohorszky während der Gemeinderats-Fragestunde.
Zwtl.: Rekordzahlen bei neuen Anlagen und Förderungen
Seit 2020 wurden in Wien über 14.700 neue PV-Anlagen errichtet –
von Gemeindebauten über Schulen und Betriebe bis hin zu privaten
Wohnhäusern. Die im Jahr 2024 gestartete PV-Förderoffensive erwies
sich dabei als besonders wirkungsstark.
Allein im Jahr 2025 wurden über 4.600 Förderfälle mit einer
Gesamtleistung von 70 MWp genehmigt – ein neuer Höchstwert. Insgesamt
hat die Stadt Wien im Zeitraum 2021 – 2025 knapp 40 Mio. Euro an
Fördergeldern vergeben. Damit wurden Investitionen von rund 214
Millionen Euro ausgelöst, denn: „Jeder Euro Förderung erzeugt mehr
als das Fünffache an Investitionen – ein massiver Impuls für die
heimische Wirtschaft“, so Czernohorszky.
Insgesamt gab es seit 2021 über 10.400 Förderfälle mit einer
geförderten Leistung von 162 MWp. Bemerkenswert dabei ist, dass 85
Prozent der Anträge von Privathaushalten kamen, doch 71 Prozent der
realisierten Leistung entfiel auf betriebliche Anlagen.
Der starke Ausbau zeigt unmittelbar Wirkung im Klimaschutz: Ende
Dezember 2025 waren in Wien rund 17.600 PV-Anlagen mit 325 MWp am
Netz. Dadurch werden jährlich rund 73.700 Tonnen CO₂ eingespart –
vergleichbar mit dem Fußabdruck einer Kleinstadt mit ca. 8.500
Einwohner*innen oder dem Effekt von Millionen Flugreisen oder
Autokilometern.
Ein Beispiel dazu:
–
Einsparung von 480 Millionen Kilometer mit einem
durchschnittlichen Benzinauto (Annahme 150g CO₂/km)
–
Das entspricht etwa 12.000 Erdumrundungen
Zwtl.: Vereinfachte Genehmigungen und mehr Service für Wienerinnen
und Wiener
Die Offensive war nicht nur finanzpolitisch erfolgreich, sondern
auch strukturell:
–
Genehmigungen wurden stark vereinfacht: PV-Anlagen bis 15 kW sind
heute weitgehend genehmigungsfrei.
–
Die Klima- und Innovationsagentur Wien (UIV) wurde als zentrale
Beratungsstelle für alle Fragen rund um Photovoltaik und erneuerbare
Energieanlagen geschaffen.
–
Mit dem Solarpotenzialkataster und dem Online-PV-Dashboard stehen
seit 2022 zwei digitale Werkzeuge zur Verfügung, die Transparenz
schaffen und die Planung erleichtern.
–
Ein Netzwerk aus mittlerweile rund 90 Solarpartnern unterstützt
die Umsetzung.
–
Mittlerweile sind insgesamt 422 PV-Anlagen auf stadteigenen
Flächen installiert – mit einer Leistung von 61 MWp.
Zwtl.: Nächster Schritt: 800 MWp bis 2030
Das neue Regierungsprogramm 2025 bestätigt das ambitionierte
Ziel, bis 2030 800 MWp Sonnenstrom in Wien zu erreichen. Dafür wird
2026 ein umfassender strategischer PV-Ausbauplan erarbeitet. Dieser
soll praxisnahe Potenziale auf Gebäuden, Infrastrukturflächen sowie
versiegelten und unversiegelten Freiflächen aufzeigen – unter
Einbeziehung von Netzkapazitäten und naturschutzfachlichen Kriterien.
Aktuell arbeitet die Stadt auch an einem neuen PV-Förderpaket,
das voraussichtlich im Frühjahr starten wird. Der Fokus soll dabei
auf dem Mehrgeschoßwohnbau, versiegelten Freiflächen sowie urbanen PV
-Lösungen liegen.
„Photovoltaik ist eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende.
Die Rahmenbedingungen sind anspruchsvoll, aber wir haben in den
letzten fünf Jahren gezeigt, dass ‚unmöglich‘ nur ein Wort ist.“,
sagt Czernohorszky. „Darum bin ich sicher: Auch die 800 MWp werden
wir erreichen.“
Zwtl.: Kosten, Nutzen und Verantwortung
Der Ausbau erneuerbarer Energien dreht sich häufig um Fragen zu
den Kosten für Netzinfrastruktur und Versorgungssicherheit. Eine
aktuelle Analyse des Beratungsunternehmens enervis zeigt jedoch klar:
Erneuerbare Energien wirken langfristig preisdämpfend auf den
Strommarkt. Ohne Photovoltaik, Windkraft und Kleinwasserkraft wären
die österreichischen Strompreise im Zeitraum 2021–2024 um
durchschnittlich 6 Prozent höher gewesen. Für das Jahr 2030
prognostiziert die Studie bei Ausbleiben des weiteren Ausbaus
erneuerbarer Energien sogar einen Preisaufschlag von rund 20 Prozent.
Auch die Frage nach Kosten für den notwendigen Netzausbau wird
häufig gestellt:
„Der Umbau des Energiesystems kostet – aber er senkt langfristig die
Strompreise und macht uns unabhängig. Erneuerbare Energien schützen
nicht nur das Klima, sondern auch die Menschen vor geopolitischen
Risiken und Preissprüngen auf fossilen Märkten. Deshalb ist der
Netzausbau eine Voraussetzung für unsere Versorgungssicherheit und
die Preisstabilität.“, so Czernohorszky.
Damit ist klar: Die Investitionen in erneuerbare Energien und
Netzinfrastruktur sind eine volkswirtschaftliche
Zukunftsentscheidung, die Klimaschutz, Stabilität und leistbare
Energie vereint.
Zwtl.: Fazit
Fünf Jahre Sonnenstrom-Offensive zeigen eine klare Linie: Wien
treibt die Energiewende mit Nachdruck voran, baut Strukturen auf,
stärkt die Wirtschaft und schützt das Klima, resümierte
Czernohorszky. Mit dem neuen Ausbauplan, innovativen Lösungen und
bewährter Zusammenarbeit geht die Stadt nun den nächsten Schritt
Richtung 800 MWp Sonnenstrom bis 2030.
Alle Ergebnisse der ersten fünf Jahre sind im neuen Bericht „5
Jahre Wiener Sonnenstrom-Offensive“ auf sonnenstrom.wien.gv.at
abrufbar.
Pressefotos: https://presse.wien.gv.at/bilder