Wien (OTS) – Sie sind klein, flink, präzise und deshalb aus vielen
Bereichen
unseres Lebens nicht mehr wegzudenken. Doch die rasante Entwicklung
im Bereich der Drohnen-Technologie hat auch etwas Beängstigendes.
Nicht nur, weil sie als Kriegsgeräte eine neue Form der Vernichtung
hervorgebracht haben, sondern auch, weil Drohnen in Kombination mit
künstlicher Intelligenz neue Bedrohungsszenarien schaffen. Die
Vorfälle rund um Flughäfen und andere kritische Infrastruktur in den
vergangenen Monaten haben die Gefahren für Europas Sicherheit
deutlich gemacht. Die „WeltWeit“-Reporter haben sich die zivile und
militärische Nutzung von Drohnen angeschaut. Christian Wehrschütz,
Paul Pant und Jörg Winter berichten am Freitag, dem 9. Jänner 2026,
um 21.20 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON aus der Ukraine, Estland und
Großbritannien.
Welche tödliche Gefahr Drohnen im Ukraine-Krieg darstellen, hat
Christian Wehrschütz vor Kurzem am eignen Leib erlebt: Beinahe wäre
er selbst Opfer eines Drohnenangriffs geworden. Während der
Dreharbeiten geraten er und sein Team ins Visier einer Kampfdrohne.
Die Rettung gelingt in letzter Sekunde. Nirgendwo sonst in Europa
hängen Leben und Überleben so eng mit der Produktion von Drohnen und
deren Abwehr zusammen wie in der Ukraine. Wie nutzt ein vom Krieg
gebeuteltes Land Erfindergeist und Innovation, um dem zahlenmäßig
überlegenen Angreifer Russland schon seit Jahren zu trotzen? „Wir
haben ein Monster geschaffen“, sagt ein Entwickler autonomer Drohnen
im Interview über sein eigenes Produkt. Die Ukraine ist zum
Versuchslabor für die Zukunft des Krieges geworden – und es liegt vor
unseren Toren.
Estland setzt mit einem umfassenden zivilen und militärischen
Drohnenprogramm neue Maßstäbe in der Sicherheits- und Bildungspolitik
in Europa. Drohnenkompetenz gilt dort als Teil der nationalen
Verteidigungsstrategie, grenzt das Land doch direkt an Russland.
Technologischer Fortschritt wird in Estland als eine nationale
Existenzfrage verstanden. Paul Pant taucht ein in die florierende
Start-up-Szene militärischer Drohnen- und Abwehrsysteme und schaut
sich bei den sogenannten „Unicorn Squads“ an, wie Mädchen bereits ab
acht Jahren lernen, Drohnen zu bauen und zu fliegen. Gründer Taavi
Kotka hat das Konzept inzwischen ausgeweitet: Im Rahmen des
Zivilschutzes erwerben nun auch Erwachsene grundlegende Kenntnisse im
militärischen Drohnenflug.
In Großbritannien hat man den Nutzen von Drohnen im Alltag längst
erkannt. Ob Medikamente für Mensch und Tier, Blutkonserven, Briefe
oder Lebensmittellieferungen – von einer Flugzentrale in London
überwacht liefern Drohnen Bestellungen aller Art in ganz Europa aus.
Dabei landen die kleinen Fluggeräte auch an Orten, die sonst nur
schwer zu erreichen sind. Jörg Winter besucht die Zentrale der ersten
Drohnen-Airline und reist in den Norden Schottlands, wo die
Postzusteller auf den abgelegenen Orkney-Inseln zunehmend auf einen
autonomen Zustelldienst setzen. Gerade in den abgelegenen Ecken des
Landes ermöglichen Drohnen verlässliche Lieferungen wichtiger Güter
des täglichen Lebens.