Wien (OTS) – Auch in der vierten KV-Verhandlungsrunde am 11. Dezember
2025 konnte
für die Beschäftigten der Privatkrankenanstalten keine Einigung
erzielt werden. Die Gewerkschaft vida hat das vorgelegte
Arbeitgeberangebot klar zurückgewiesen. Die Arbeitgeber drängten
weiterhin auf einen dreijährigen Abschluss. Zudem sollten
Lohnerhöhungen erst ab Juli 2026 wirksam werden.
Das bisherige Angebot der Arbeitgeber:
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ab 1. Juli 2026: + 2,75 Prozent
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ab 1. August 2027: + 1 Prozent
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ab 1. September 2028: + 1,25 Prozent
Beschäftigte nicht ärmer machen!
Dieses Angebot würde einen massiven Reallohnverlust für die
Beschäftigten bedeuten. Auch im Rahmenrecht gab es keine relevanten
Verbesserungsvorschläge. „Ein Abschluss, der die Beschäftigten über
Jahre real ärmer macht, ist nicht akzeptabel“, hält Harald Steer,
Verhandlungsleiter der Gewerkschaft vida, fest. „Die Situation in den
Privatkrankenanstalten ist schon jetzt äußerst belastend. Die
Kolleg:innen berichten über ständiges Einspringen, Arbeiten unter
Zeitdruck – und das bei höchster Verantwortung. Eine weitere
Verschlechterung können wir nicht mittragen“, betont Steer.
Breite Zustimmung zu Kampfmaßnahmen
Für kommende Woche plant die Gewerkschaft vida eine
Betriebsrätekonferenz, wo über weitere Maßnahmen beraten werden soll.
Die Entschlossenheit der Beschäftigten ist hoch: Bei
Betriebsversammlungen in den vergangenen Wochen haben sich 96 Prozent
der Teilnehmer:innen für Kampfmaßnahmen ausgesprochen, sollte auch
die fünfte Verhandlung keine wesentliche Verbesserung bringen.
„Es kann nicht sein, dass es jene, die das Gesundheitssystem
aufrechterhalten, immer weiter unter Druck geraten“, so Steer „Das
sind Menschen, die Patient:innen mit neurologischen Erkrankungen
betreuen, Suchtkranke begleiten, erkrankte Kinder versorgen oder den
gesamten Spitalsbetrieb am Laufen halten. Ihre Arbeitsbedingungen
weiter zu verschlechtern, hätte negative Folgen für die gesamte
Bevölkerung.“ Für die nächste Verhandlung erwartet die Gewerkschaft
vida ein faires, wertschätzendes Angebot. Bleibt dieses aus, sind die
Beschäftigten bereit, gemeinsam weitere Schritte zu setzen.
Der nächste Verhandlungstermin ist für den 12. Jänner 2026
angesetzt. Die Arbeitgeber haben angekündigt, bis dahin ein
überarbeitetes Angebot vorzulegen.