Alpenverein zum Start der Skitourensaison: KI ersetzt keine Selbsteinschätzung

Innsbruck (OTS) – Wohin geht die nächste Skitour, wo liegt der beste
Schnee und welche
Risiken gilt es zu beachten? Mit dem Winter startet auch die Suche
nach geeigneten Zielen für die nächste Skitour oder
Schneeschuhwanderung. Eine Vielzahl digitaler Tools verspricht
inzwischen Unterstützung bei der Tourenplanung – jedoch nicht immer
mit verlässlichen Ergebnissen. Die richtige Selbsteinschätzung und
sorgfältige Vorbereitung müssen weiterhin die Sportler*innen selbst
übernehmen, betont der Österreichische Alpenverein und gibt
Empfehlungen für verantwortungsvolle Touren in der Wintersaison.

Zwtl.: Grenzen der KI und Risikofaktor Social Media

Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in den Alltag – und
damit auch in die Vorbereitung von Berg- und Skitouren. Doch obwohl
ChatGPT und Co. nützliche Informationen liefern können, sind ihre
Fähigkeiten in der alpinen Tourenplanung begrenzt. Darauf weist der
Österreichische Alpenverein eindringlich hin: „KI-Tools können
Unterstützung bei der Tourenplanung geben, aber in der finalen
Entscheidung und Einschätzung bleiben immer die Menschen selbst
gefordert“ , betont Jörg Randl, Leiter der Abteilung Bergsport im
Alpenverein. KI-Systeme können zwar auf Lawinenlageberichte,
Wetterprognosen oder Checklisten verweisen – sie greifen aber nicht
immer auf verlässliche Quellen zurück und ersetzen weder Erfahrung
noch alpine Kompetenz.

„Die künstliche Intelligenz ist noch nicht in der Lage, Können
oder Kondition der Sportler*innen zu beurteilen, ihnen die
Entscheidungen im alpinen Gelände abzunehmen oder auf die
tatsächlichen Verhältnisse vor Ort zu reagieren. Hier ist jeder
selbst gefordert – und eine Ausbildung bei ‚echten‘ Lehrenden möchten
wir nach wie vor jedem dringend ans Herz legen“ , so der
Bergsportexperte.

Einen besonderen Risikofaktor sieht sein Kollege Gerhard Mössmer
auch in den irreführenden Darstellungen der Sozialen Medien:
„Skitouren erscheinen auf Facebook oder Instagram oft spielerisch
leicht, riskante Situationen wirken harmlos und verschneite Hänge
sehen selbst bei kritischen Bedingungen einladend aus. Auf Social
Media sind Touren meist ‘cool’, ‘geil’ und ‘perfekt’. Das vermittelt
ein verzerrtes Bild der Realität“ , so Mössmer, der das
Ausbildungsprogramm im Alpenverein mitgestaltet.

Zwtl.: Informationen aus verlässlichen Quellen – Lawinenlage und
Skitourenverläufe im Tourenportal

Für eine gute und möglichst sichere Tourenplanung rät der
Alpenverein, die Informationen aus verlässlichen Quellen einzuholen.
Dazu gehören etwa der Lawinenlagebericht der Lawinenwarndienste und
der aktuelle Wetterbericht. Bei der Analyse von Gelände und Steilheit
der jeweiligen Tour unterstützen – neben dem klassischen
Kartenmaterial – seriöse Tourenplanungsportale wie
alpenvereinaktiv.com . „Hier ist eindeutig nachvollziehbar, woher die
Daten stammen, es stehen Institutionen mit Fachkenntnis dahinter, die
die Basisinformationen aktiv überprüfen“ , so Jörg Randl. Der
Bergsportexperte verweist in diesem Zusammenhang auf den neuen
Lawinenlage-Layer im Tourenportal der Alpenvereine, der die
tagesaktuellen Daten des Lawinenwarndienstes anschaulich und
lagegenau auf die digitalen Karten überträgt. Ein zusätzlicher Bonus
für die Tourenplanung ist der neue Skitouren-Datensatz , der die
idealen Verläufe gängiger Skitouren in hoher Datenqualität in den
Online-Karten von alpenvereinaktiv.com Pro einblendet.

Für die Planung von zu Hause aus empfiehlt der Alpenverein
außerdem das Portal skitourenguru.ch . Als Trockentraining mit der
Notfallausrüstung empfiehlt sich auch eine vom Land Tirol entwickelte
VR-Brille, welche aber nur als Ergänzung zum Training zu sehen ist. “
Das A und O für eine effiziente und gut funktionierende
Kameradenrettung bleibt die praktische Anwendung und Übung im
Gelände“ , so Randl.

Zwtl.: Leben retten bleibt analog

Auch wenn die Wintersportler*innen in ihrer Tourenplanung alle
Eventualitäten berücksichtigt haben, bleibt ein essenzieller Faktor
bestehen: „Selbst wenn ich im Vorfeld alle Informationen eingeholt
habe und die Verhaltensempfehlungen im Gelände kenne: Der richtige
Umgang mit der Notfallausrüstung ist eine Fähigkeit, die mir die
digitalen Tools nicht abnehmen können – die im Ernstfall aber
lebensentscheidend ist“ , appellieren die Alpenvereins-Experten
abschließend an die Tourengeher*innen.

Zwtl.: Weitere Informationen:

Winter Update | Vortragstour des Alpenvereins:
www.alpenverein.at/update (nächste Termine: 17.12. Linz, 18.12.
Matrei in Osttirol)

SicherAmBerg | Geballtes Wissen für Bergsportler*innen (
kostenlose Lehrvideos und Downloads): www.alpenverein.at/sicheramberg

Tourenportal der Alpenvereine: www.alpenvereinaktiv.com

Passendes Bildmaterial zum Download im Pressebereich:
www.alpenverein.at/presse