Wien (OTS) – Manfred Corrines bildgewaltige „Universum“-Dokumentation
„Arlberg –
Wild und weltberühmt“ porträtiert am Dienstag, dem 16. Dezember 2025,
um 20.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON ein Naturparadies der Alpen. Der
Arlberg – weltbekannte Skiregion und Sehnsuchtsort für internationale
Gäste. Es sind die weitläufigen Kiefernwälder, die der Region den
Namen gaben. Im Vorarlberger und Tiroler Volksmund heißen Kiefern
Arlen. Diese Bäume prägen, gemeinsam mit Schnee und Eis, die
Landschaft. Und sie geben der Tierwelt Nahrung und Schutz. Gämsen,
Rothirsche, Schneehühner, Steinadler oder Grasfrösche haben sich
ihren Lebensraum zwischen den Wäldern, Felsen und Gipfeln des
Arlbergs erobert. Ein Mikrokosmos, der jedoch langsam ins Wanken
gerät. Die Klimaerwärmung verändert den Lauf der Jahreszeiten und
somit auch die Tierwelt am Arlberg. Die Winter haben sich verändert,
die Hitze kriecht immer weiter Richtung Gipfel. Für die Tierwelt, die
auf die Kälte spezialisiert ist, eine völlig neue Situation. Wie
reagiert sie darauf? Wer kommt mit dem Wandel der Wildnis zurecht und
wer nicht?
Der Arlberg zählt zu den berühmtesten Skigebieten der Welt. Und
das hat seinen Grund. Die Region ist besonders niederschlagsreich und
somit schneesicher. Die günstige Lage in den Alpen macht das
Bergmassiv zu einem Hindernis, das das Wetter – und damit
Niederschlagsfronten – aus West und Nordwest einfängt. Vier bis acht
Meter Neuschnee im Jahr sind je nach Region keine Seltenheit.
Übrigens: Der Name Arlberg führt auf eine falsche Fährte. Wer ihn auf
der Landkarte sucht, wird keinen Gipfel finden. Denn der Berg ist gar
kein Berg. Er ist ein Pass, der das Land vor dem Arlberg, also
Vorarlberg, mit dem Bundesland Tirol verbindet. Die Tiere am Arlberg
sind perfekt an die Höhe, die Kälte und die langen Winter angepasst.
So auch die Gämsen. Die Böcke sind zwar nur halb so schwer wie ein
erwachsener Mensch, ihre Herzen sind aber um 25 Prozent größer und
die Herzwände dicker. Nur so können sie sich buchstäblich
atemberaubende Verfolgungsjagden im Gebirge liefern. Bei den
Schneehühnern wechselt das Federkleid von braun in sprichwörtlich
schneeweiß. So werden sie eins mit der Umgebung. Selbst der
Steinadler, der seine Beute für gewöhnlich punktgenau aus einem
Kilometer Entfernung anvisieren kann, hat beim Schneehuhn keine
Chance. Die Murmeltiere entfliehen der Kälte auf ihre eigne Weise.
Sie begeben sich sechs bis sieben Monate in den Winterschlaf.
Manchmal sogar bis zu neun Monate!
Zwei Jahre hat das Team von Regisseur Manfred Corrine an der
„Universum“-Dokumentation gedreht. Dabei haben sie die Region und
ihre tierischen Bewohner spektakulär ins Bild gerückt und Szenen mit
Seltenheitswert gefilmt: „Wir wurden Zeugen eines wahrlich
außergewöhnlichen Schauspiels. An einem Gegenhang in etwa einhundert
Metern Entfernung kämpften ein Adler und ein Fuchs um ein totes
Murmeltier – minutenlang. So etwas hatte ich zuvor weder gesehen noch
davon gehört. Auch die Jäger konnten das gar nicht glauben. Sicher
ein besonderes Highlight in diesem Film.“ Eine immer größere Rolle
spielt der Klimawandel. Der macht vor allem jenen Tieren zu schaffen,
die von der Kälte abhängig sind. Denn schon ab zwölf Grad Celsius
kommen die Gämsen in Hitzestress. Der einzige Ausweg: Rauf zu den
Gipfeln, wo es kühler ist. Doch dort fehlt wiederum die Vegetation,
die als Nahrung dient. Auch gibt es hier nur Schotter und Geröll.
Murmeltiere können in diesem Gelände keine Höhlen bauen. Also bleiben
sie weiter unten am Berg unter der Erde, suchen dort Schutz vor der
Hitze und schlafen länger, anstatt sich Fettreserven für den Winter
anzufressen. Durchschnittlich ist die Temperatur in den Alpen seit
der Industrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts um mehr als
zwei Grad Celsius gestiegen. Und sie steigt weiter.
Die „Universum“-Dokumentation – eine Koproduktion von ORF und
Wega Film mit Blue Danube Media in Zusammenarbeit mit ORF-Enterprise,
gefördert vom Land Vorarlberg sowie mit freundlicher Unterstützung
der Arlberg Marketing GmbH und Ski Arlberg – zeigt den Arlberg in all
seiner Vielfalt und Schönheit. Sie zeigt aber auch die Gefahren, die
die Erwärmung des Klimas in dieser prachtvollen Bergregion mit sich
bringt – nicht zuletzt für die Tiere und Pflanzen, die sich immer
wieder neuen Herausforderungen stellen und veränderten
Lebensbedingungen anpassen müssen.