Wien (OTS) – In diesem dynamischen Umfeld sehen sich
Übertragungsnetzbetreiber
stetig mit neuen und wachsenden Herausforderungen konfrontiert.
Innovation ist dabei der entscheidende Schlüsselfaktor, um den
vielschichten Anforderungen gerecht zu werden und die zahlreichen
Kernziele erfolgreich im Fokus zu behalten.
In einer Branche, die sich im Spannungsfeld zwischen Leistbarkeit,
Umweltverträglichkeit und Versorgungssicherheit bewegt, ist
kontinuierliche Weiterentwicklung der Schlüssel, um zukunftsfähige
Lösungen zu schaffen und die Energiewende erfolgreich umzusetzen.
Forschungs- und Innovationsvorhaben sollen vor diesem
anspruchsvollen Hintergrund Antworten liefern und den notwendigen
Wandel herbeiführen, während das größte Augenmerk weiterhin auf
Versorgungssicherheit, Kosteneffizient und den unmittelbaren Mehrwert
für den Netzkunden liegt. Durch neue Technologien können die
Effizienz gesteigert und Kosten gesenkt werden. Zudem fördert
Innovation die Flexibilität des Systems, war für die Stabilität der
Versorgung unerlässlich ist.
Digitalisierung und künstliche Intelligenz sind hierbei ein
wesentlicher Treiber, um Herausforderungen zu bewältigen – von der
vorausschauenden Wartung bis hin zur Optimierung des Netzbetriebs –
und einen wertvollen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur
nachhaltigen Transformation des Energiesystems zu leisten.
Windmessung über den Lichtwellenleiter im Erdseil
Im Rahmen eines Pilotprojekts wurde in Zusammenarbeit mit der TU
Graz (Institut für Ingenieurgeodäsie und Messsysteme) die Eignung von
Distributed Acoustic Sensing (DAS) zur Windmessung in Erdseilen von
Hochspannungsleitungen untersucht.
Die abschnittsgenaue Erfassung der Windparameter entlang der
Freileitung würde einen bedeutenden Fortschritt für den
witterungsabhängigen Freileitungsbetrieb darstellen, der es APG
ermöglicht, bei günstigen Wetterbedingungen höhere
Übertragungskapazitäten auszuschöpfen.
Die ersten Ergebnisse zeigen eine sehr hohe Genauigkeit bei der
Messung der Windgeschwindigkeit mittels DAS.
Projekt InSAR – Satellitentechnologie im Dienst der
Versorgungssicherheit
Für Stromnetzbetreiber stellen schleichende Hangrutschungen ein
ernstzunehmendes Risiko dar – oft bleiben diese lange unbemerkt,
können aber massive Auswirkungen auf Maste und Leitungen haben. Mit
der innovativen InSAR-Technologie (Interferometric Synthetic Aperture
Radar) nutzt APG nun präzise Radardaten aus dem All, um kleinste
Bewegungen (im Bereich von Millimetern) frühzeitig zu erkennen und
langfristig zu überwachen.
In einem Pilotprojekt wurden bereits mehrere Leitungszüge
mithilfe von InSAR untersucht. Die Ergebnisse wurden erfolgreich mit
klassischen Vermessungen validiert. Auf dieser Basis wird nun die
flächendeckende Anwendung auf das gesamte Leitungsnetz inklusive
Umspannwerke vorbereitet – ein wichtiger Schritt hin zu noch mehr
Versorgungsicherheit. Darüber hinaus führt das Projekt im Vergleich
zu klassischen Begehungen und terrestrischen Messungen zu einer
deutlichen Reduzierung von Kosten- und Zeitaufwand.
TwinEU – Europaweiter digitaler Zwilling des Stromnetzes
Das TwinEU-Projekt ist eine bahnbrechende Initiative im Rahmen
von Horizon Europe, die darauf abzielt, die europäische
Energielandschaft durch die Digitalisierung des Energiesystems
umzugestalten.
Ein wesentlicher Bestandteil des TwinEU-Projekts ist die
Durchführung von acht Demonstrationen in elf EU-Ländern. Diese
Demonstrationen sollen die praktischen Anwendungen und Vorteile der
Projektinnovationen veranschaulichen.
Waldbrandprävention – zur Eindämmung der Auswirkungen von
Waldbränden auf die Versorgungssicherheit
Im Rahmen eines Innovationsprojekts hat APG gemeinsam mit der
BOKU wichtige Waldbrandgefährdungskarten entwickelt, um die
Versorgungssicherheit auch angesichts der zunehmenden Waldbrandgefahr
in Österreich auf höchstem Niveau zu gewährleisten.
Die Projektergebnisse stärken nicht nur die Resilienz des
Stromnetzes, sondern tragen durch die frühzeitige Identifikation und
Bewertung potenzieller Risiken auch zur Kostenminimierung im
Gefahrenfall bei.
INSIEME – Gemeinsame europäische Energiedatenräume: Eine zentrale
digitale Infrastruktur zur Unterstützung der Energiewende
INSIEME (italienisch für „zusammen“) hat sich zum Ziel gesetzt,
einen gemeinsamen europäischen Energiedatenraum (Common European
Energy Data Space – CEEDS) einzurichten, um den Datenaustausch, die
Interoperabilität und Innovationen im Energiesektor zu erleichtern.
Das Projekt baut auf früheren Initiativen wie den Energy Data Space
Cluster Projects auf und wird eine föderierte Architektur schaffen,
um bestehende Datenaustauschplattformen in ganz Europa miteinander zu
verbinden. Zu den wichtigsten Zielen gehören die Entwicklung
standardisierter Datenformate, Sicherheitsprotokolle, Governance-
Rahmenwerke und Geschäftsmodelle, um einen sicheren und
vertrauenswürdigen Datenaustausch zwischen Versorgungsunternehmen,
Marktakteuren, Energiegemeinschaften und Verbrauchern zu ermöglichen.
APG ist 2025 erneut im Ranking der innovativsten Unternehmen
Das Trend. Magazin hat gemeinsam mit dem deutschen
Marktforschungsunternehmen STATISTA im Zuge einer Umfrage erneut die
150 innovativsten Unternehmen und Start-ups Österreichs gekürt. In
einem aufwendigen Verfahren, in das rund 40.000 Bewertungen aus
verschiedenen Befragungen eingeflossen sind, wurde die
Innovationskraft von heimischen Konzernen, Unternehmen und auch Start
-ups erhoben. Aus einer Vielzahl von Firmen wurden nun die 150
innovativsten Unternehmen ausgewählt und in der aktuellen Ausgabe des
Trend. Magazins veröffentlicht.
Austrian Power Grid belegt in der Gesamtwertung den 67. Patz. Im
Bereich „Energie“ konnte APG Platz 3 erreichen.
Weiterführende Informationen:
– Projekt TwinEU
– Waldbrandprävention
– Projekt INSIEME
– APG ist 2025 erneut im Ranking der innovativsten Unternehmen
– Übersicht Innovationsprojekte bei APG
– APG-Themenfolder „KI im Stromnetz“
– APG-Themenfolder „Naturgewalt und Stromnetz“
Über Austrian Power Grid (APG) Als unabhängiger
Übertragungsnetzbetreiber verantwortet Austrian Power Grid (APG) die
sichere Stromversorgung Österreichs. Mit unserer leistungsstarken und
digitalen Strominfrastruktur, sowie der Anwendung von State-of-the-
art-Technologien integrieren wir die erneuerbaren Energien und
reduzieren somit die Importabhängigkeit, sind Plattform für den
Strommarkt, schaffen Zugang zu preisgünstigem Strom und bilden so die
Basis für einen versorgungssicheren sowie zukunftsfähigen Wirtschafts
– und Lebensstandort. Das APG-Netz erstreckt sich auf einer
Trassenlänge von etwa 3.500 km, welches das Unternehmen mit einem
Team von rund 1.000 Spezialist:innen betreibt, instand hält und
laufend den steigenden Anforderungen der Elektrifizierung von
Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie anpasst. Über die
Steuerzentrale in Wien wird ein Großteil der insgesamt 67
Umspannwerke, die in ganz Österreich verteilt sind, remote betrieben.
Auch 2024 lag die Versorgungssicherheit, dank der engagierten
Mitarbeiter:innen, bei 99,99 Prozent und somit im weltweiten
Spitzenfeld. Unsere Investitionen in Höhe von 630 Millionen Euro 2025
(2024: 440 Mio., 2023: 490 Mio. Euro) sind Wirtschaftsmotor und
wesentlicher Baustein für die Erreichung der Energieziele
Österreichs. Insgesamt wird APG bis 2034 rund 9 Milliarden Euro in
den Netzaus- und Umbau investieren.