Wien (OTS) – Am Mittwoch, 26. November, starten die
Kollektivvertragsverhandlungen
für die 10.000 Beschäftigten der acht oberösterreichischen
Ordensspitäler. Die Gewerkschaft vida fordert eine Reallohnerhöhung
und eine stufenweise Arbeitszeitverkürzung von 40 auf 35
Wochenstunden, weil die Arbeitsbelastung in den letzten Jahren
spürbar gestiegen ist. Schon mehrere tausend Kolleg:innen haben sich
mit ihrer Unterschrift hinter die Forderungen gestellt. Am Mittwoch,
den 3. Dezember übergeben sie die Unterstützungserklärungen in einer
öffentlichen Aktion in Linz, Wels und Ried an Arbeitgeber und
Politik.
Spürbare Entlastung gefordert
„Wir wollen die Patient:innen auch in Zukunft gut versorgen
können. Wir Krankenhausbeschäftigten arbeiten schon seit Jahren am
Limit. Die Patient:innen werden immer mehr und immer
pflegeaufwendiger – deshalb braucht es von Arbeitgebern und Politik
dringend eine spürbare Entlastung durch eine stufenweise Verkürzung
der Arbeitszeit“, so Martina Reischenböck, Betriebsratsvorsitzende
der Barmherzigen Schwestern in Ried.
„Über zwei Drittel arbeiten im Krankenhaus schon jetzt nicht in
Vollzeit. Verursacht durch die hohe Arbeitsbelastung und oft
zusätzliche unbezahlte Sorgearbeit nehmen Sie Einkommensverluste in
Kauf. Obwohl das Arbeitstempo in den letzten Jahren massiv gestiegen
ist, halten Arbeitgeber und Politik immer noch an den 40 Stunden
Vollzeit fest – während außerhalb des Krankenhauses schon lange keine
40 Stunden mehr gelten. Die Arbeitsbedingungen müssen dringend
verbessert werden. Sonst bleibt das Thema Nummer Eins; der
Personalmangel“, betont Erwin Deicker, Betriebsratsvorsitzender der
Barmherzigen Brüder.
Die Beschäftigten brauchen im Sinne der Gesundheitsversorgung
dringend spürbare Entlastungsmaßnahmen. „Wir wissen, dass jede vierte
Pflegekraft in Oberösterreich die Ausbildung abbricht und jede zweite
sich nicht vorstellen kann, den Beruf so bis zur Pension auszuüben.
Im Schnitt bleiben Kolleg:innen nur noch sieben Jahre im Krankenhaus.
Deshalb ist das Land dringend aufgefordert, zu handeln – nicht nur
mit mehr Umbauten oder teuren Geräten, sondern indem es endlich die
Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten an die gestiegene
Arbeitsbelastung anpasst: mit einer stufenweisen
Arbeitszeitverkürzung auf 35 Wochenstunden“, so vida-
Fachbereichssekretär Christoph Leitner-Kastenhuber.
Übergabe der Forderungen am 3.12.2025
Am 3. Dezember laden die Beschäftigten der Ordensspitäler ihre
Arbeitgeber und die politisch Verantwortlichen, darunter
Oberösterreichs Gesundheitslandesrätin Haberlander, zur Übergabe
ihrer Forderungen in Linz, Wels und Ried ein. Sie erhoffen sich einen
konstruktiven Verhandlungsbeginn diesen Mittwoch mit einer echten
Handlungsbereitschaft, die Arbeitszeit zu reduzieren.