Städtebund/Gaál/Weninger: „Gewaltfreies Leben für alle Frauen und Mädchen muss in Österreich selbstverständlich sein“

Wien (OTS) – Gewalt an Frauen und Mädchen hat viele Gesichter: Frauen
erleben
nicht nur sexualisierte Übergriffe, Gewalt in Familie und
Gesellschaft, die in ihrer schlimmsten Form bis zum Femizid reicht,
sondern Sexismus, Hass im Netz, Frauenwitze, Mobbing und Bossing auch
im Alltag.

Zwtl.: Gewalt ist strukturell

Die Gesellschaft muss Rahmenbedingungen schaffen, die ein Leben
für Frauen in Sicherheit und Würde – ohne Gewalt – ermöglichen. Dazu
Städtebund-Frauenausschuss-Vorsitzende Wiens Vizebürgermeisterin
Kathrin Gaál: „Gewalt gegen Frauen darf nicht stattfinden: weder
hinter verschlossenen Türen noch im öffentlichen Raum und auch nicht
in Beziehungen. Es ist daher die Verantwortung der Gesellschaft,
Frauen vor dieser Gewalt zu schützen. Jede Art von Gewalt gegen
Frauen und Mädchen ist absolut inakzeptabel.“ Städtebund-
Generalsekretär Thomas Weninger plädiert dafür, verstärkt mit den
Tätern zu arbeiten – auch präventiv -, sodass Männer und auch
Burschen erst gar keine Täter werden. Wichtig ist laut Weninger
bereits mit Burschen zu arbeiten und ihnen positive Rollenbilder zu
vermitteln. „Wir werden dieses Engagement in eine Generation mit
einem anderen männlichen Selbstverständnis sicher nicht bereuen“, so
Weninger. Schließlich ist laut Weninger eine angstfreie Gesellschaft
Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie, in der sich alle
gesehen und gerecht behandelt fühlen.

Zwtl.: Keine finanzielle Abhängigkeit von Frauen

Städtebund-Frauenausschuss-Vorsitzende Wiens Vizebürgermeisterin
Kathrin Gaál betont weiter: „Der starke Einkommensunterschied
zwischen Männern und Frauen und die entsprechende finanzielle
Abhängigkeit von Frauen kann ebenso ein Nährboden für Gewalt sein.
Sie macht es für Frauen schwieriger, sich und ihre Kinder aus
Gewaltbeziehungen zu befreien. Dieses strukturelle Ungleichgewicht
muss überwunden werden.“ Der Frauenausschuss des Österreichischen
Städtebundes spricht dieses Problem seit vielen Jahren an und
organisiert Kampagnen dazu, beispielsweise hat er den Equal Pension
Day für Österreich initiiert. Die Mitarbeiterinnen der städtischen
Frauenbüros leisten hier vor Ort in zahllosen Gesprächen mit
Bürger:innen wertvolle Bewusstseinsarbeit.

Zudem gebe es laut Weninger einen Zusammenhang zwischen
gleichberechtigter Aufteilung von Care Arbeit und dem Erleben von
Gewalt. Laut der Studie „GEQ AT – Gender Equality and Quality of Life
Austria“ vom Institut für Männer- und Geschlechterforschung in Graz
im Jahr 2024 tritt Gewalt in Partnerschaften am wenigsten auf, wenn
Frauen und Männer gleich viel arbeiten und gleichzeitig die Care-
Arbeit beinahe gleich aufgeteilt ist.

Zwtl.: Aktionen in Städtebund-Mitgliedsstädten

Viele Mitgliedsstädte des Österreichischen Städtebundes planen
Aktionen und vieles mehr um das Thema „Gewalt gegen Frauen“
aufzuzeigen.

Wien: Die Stadt Wien hisst traditionell am 25. November vor dem
Rathaus mit Städtebund-Frauenausschuss-Vorsitzender
Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál die drei Fahnen „Terre des Femmes“,
„White Ribbon“ und „Orange the World“; zudem gibt es eine
Bewusstseins-Kampagne zu „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“. Dieses
Jahr konzentriert sich die Stadt Wien mit der breit ausgerollten
Kampagne zu „Nur Ja heißt Ja“ auf die Prävention von sexualisierter
Gewalt. Mit dem Zustimmungsprinzip soll die sexuelle Selbstbestimmung
von Frauen und Mädchen gestärkt und geschützt werden. Im Web:
https://www.wien.gv.at/frauen/gewalt-an-frauen

Graz: Die Kampagne der Stadt Graz #SchauNichtWeg umfasst unter
anderem Spots in Kinos und in den Grazer Öffis sowie eine Vergabe von
Taschenalarmen. Mehr zur Kampagne:
www.graz.at/cms/beitrag/10322950/7753526/schaunichtweg.html

Klagenfurt: Die Stadt Klagenfurt plant eine mahnende Installation
„In diesen Schuhen geht niemand mehr“. Diese Schuhe stehen für Frauen
und Mädchen, die in diesem Jahr ermordet wurden oder einen
Mordversuch knapp überlebt haben. Die Installation ist Teil der
Kampagne „Orange the world“.

Krems: Auch heuer beteiligt sich die Stadt Krems an der UN-
Kampagne „Orange the world“ und illuminiert bis zum 10. Dezember
mehrere öffentliche Gebäude – darunter das Steiner Tor – in
leuchtendem Orange. Zusätzlich wird im Rahmen der „16 Tage gegen
Gewalt“ eine Fahne am Rathaus gehisst.

Leonding: Am 25. November wird in Leonding die Fahne „Orange the
World“ und die „StoP-Flagge“ gehisst. Außerdem findet eine ganze
Reihe an Aktionen statt, unter anderem ein Workshop „Gewaltbarometer“
vom Frauenberufszentrum BABSI, bei dem über Formen von Gewalt,
Unterstützungsmöglichkeiten und Prävention gesprochen wird. Zum
Abschluss der „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ werden im
Frauenzentrum T-Shirts gestaltet, wobei jedes symbolisch für einen
Femizid in Österreich steht.

Salzburg: Die Stadt Salzburg beleuchtet häusliche Gewalt im
Theaterstück „Die Zelle“, veranstaltet ein Symposium zu „Gewalt im
Alltag“ und zeigt den Film „Gefangen im Netz“ – mit einem Begleit-
Workshop zu Cybergrooming. Die Kampagne steht unter dem Motto
„Gemeinsam stark gegen Gewalt“: www.stadt-salzburg.at/16-tage-gegen-
gewalt

St. Pölten: In St. Pölten hängt während der Aktionstage die Fahne
„frei leben ohne Gewalt“ vor dem Rathaus. Zudem gibt es zahlreiche
Veranstaltungen, wie zum Beispiel das „Philosophische Café“ mit dem
Thema: „Was für Mittel haben wir gegen Gewalt – aber ohne Gewalt.
Mehr Infos zur Kampagne auf der Website von St. Pölten:
https://www.st-poelten.at/news/18320-16-tage-gegen-gewalt

Wels: Die Stadt Wels hisst ebenso Fahnen für ein gewaltfreies
Leben von Frauen und Mädchen und illuminiert die Stadtmauer im Sinne
von „Orange the world“. Gezeigt wird auch der Film „Angeklagt“, bei
dem es um eine Gruppenvergewaltigung und die Schwierigkeit vor
Gericht geht, Recht und Gerechtigkeit zu erhalten. Die gesamte
Kampagne unter www.wels.gv.at/news/detail/16-tage-gegen-gewalt-an-
frauen-auch-in-der-stadt-wels/

Schwaz: Im Rahmen der Aktion „Sterne der Solidarität“ leuchten in
Schwazer Schaufenstern „Botschaften gegen Gewalt“. Die Kampagne unter
schwazerfrauen.at/orange-the-world Am 6. und 7. Dezember werden am
Adventmarkt selbstgehäkelte „Rosen against Violence“ an die
Bevölkerung verschenkt. Das Handzeichen „Gegen Gewalt an Frauen“ wird
in Bussen, auf Screens und Social Media gezeigt.

Zwtl.: Hotlines für Frauen und Mädchen, wenn sie von Gewalt betroffen
sind

Frauenhelpline: 0800 222 555 – anonym 24/7 kostenlos
Web: www.frauenhelpline.at

Gewaltschutzzentrum Wien: 01 585 32 88

Web: www.gewaltschutzzentrum.at/wien

Hilfsangebote bei Gewalt gegen Frauen – in Österreich,
bundesländerspezifisch und regional auf der Website des
Bundesministeriums für Frauen: www.hilfsangebote-bei-gewalt-gegen-
frauen.at/hilfe-gegen-gewalt.html

Männerinfo: 0800 400 777 – anonym – vertraulich – kostenlos

Web: www.maennerinfo.at

Netzwerk österreichischer Frauen- und Mädchenberatungsstellen:
www.netzwerk-frauenberatung.at

Notruf für Gehörlose (Polizei): SMS: 800 133 133

Polizei: 133

Rettung: 144

Rat auf Draht: 147 – Notrufnummer für Kinder und Jugendliche
jederzeit – anonym – kostenlos

Web: www.rataufdraht.at

Stadt Wien Frauenzentrum: 01 408 70 66

Web: www.wien.gv.at/menschen/frauen/beratung/frauenzentrum

Telefonseelsorge: 142
Web: www.telefonseelsorge.at

24 h Frauennotruf der Stadt Wien: 0171719 kostenlos

Web: www.frauennotruf.wien.at

24 h Wiener Frauenhausnotruf: 057722

Web: https://frauenhaeuser-wien.at/

Mehr Unterstützungsangebote finden Sie auf unserer Website unter:
https://www.staedtebund.gv.at/themen/frauen/16-tage-gegen-gewalt-an-
frauen/

Zwtl.: „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ und „Orange the world“

„16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ markiert den Zeitraum zwischen
dem 25. November (Internationaler Gedenktag für alle Frauen und
Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden) und dem internationalen Tag der
Menschenrechte am 10. Dezember. Sie sollen auf das Thema aufmerksam
machen und Bewusstsein dafür schaffen, das Gewalt gegen Frauen
gestoppt werden muss. Österreich ist seit dem Jahr 1992 Teil der
Kampagne, die 1991 vom US-amerikanischen „Center für Womens` Global
Leadership“ gegründet wurde. Die UNO schafft mit ihrer Kampagne
„Orange the world“ Bewusstsein, indem sie Gebäude in oranger Farbe
beleuchtet.

Zwtl.: Über den Österreichischen Städtebund und dessen
Frauenausschuss

Der Österreichische Städtebund ist die in der Verfassung
verankerte Interessenvertretung und eine starke Stimme für Städte und
größere Gemeinden in Österreich. Aktuell sind es 261
Mitgliedsgemeinden. Zwei Drittel der Bevölkerung und 71 Prozent der
Arbeitsplätze befinden sich in Städten und Stadtregionen. Der
Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes stellt für die
kommunalen Vertreterinnen aus Politik und Verwaltung und die
städtischen Frauenbeauftragten ein Forum dar, um sich auszutauschen,
um neue Studien und Strategien zu diskutieren und um Aktivitäten für
Frauen in den Städten zu setzen, um das Leben von Frauen in den
Kommunen zu verbessern. Vorsitzende ist die Wiener
Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál. Mehr unter: www.staedtebund.gv.at