Krebstherapie über Grenzen hinweg: MedAustron veranstaltete das 1st International Particle Therapy Alliance Meeting

Wien / Wiener Neustadt (OTS) – Das Wiener Neustädter Ionentherapie-
und Forschungszentrum MedAustron
lud am 20. und 21. November beim „1st International Particle Therapy
Alliance Meeting“ Radioonkologinnen und Radioonkologen aus (Süd-)
Osteuropa und dem Nahen Osten zum Austausch. Am Programm standen
Wissenstransfer und Kooperationschancen im Bereich der
Partikeltherapie zur Krebsbehandlung.

MedAustron ist eines von weltweit nur wenigen Zentren für die
Strahlentherapie mit verschiedenen Arten von geladenen Teilchen und
ist international stark vernetzt, zum Beispiel durch die Teilnahme an
multinationalen klinischen Studien. MedAustron fungiert aber auch als
Therapiezentrum für Patientinnen und Patienten aus dem Ausland, wenn
die Partikeltherapie lokal nicht verfügbar ist – diese Gruppe macht
knapp 20 Prozent der Behandelten aus. Ziel des von MedAustron
initiierten Meetings war es nun, zuweisende Fachärztinnen und
Fachärzte aus dem Ausland auf den neuesten Wissensstand zur
Strahlentherapie mit Protonen und Kohlenstoffionen bzw. den bei
MedAustron angewandten Therapiekonzepten und klinischen Ergebnissen
zu bringen, sowie Möglichkeiten zur Kooperation auf
wissenschaftlicher Ebene auszuloten. Mit Ungarn, Bulgarien, Kroatien,
der Slowakei, der Türkei und Israel waren sechs Länder repräsentiert.

Der erste Tag des Meetings fand im Palais Niederösterreich in
Wien statt, wo der Vormittag vor allem im Zeichen der Information
stand. Klinische Ergebnisse, beispielsweise in der Behandlung von
pädiatrischen Patientinnen und Patienten, ZNS-Tumoren oder der Re-
Bestrahlung von Tumorrezidiven standen ebenso auf der Agenda wie das
neue Programm zur Behandlung von Augentumoren. Ein eigener
Themenblock fokussierte auf die Behandlung mit Kohlenstoffionen: im
Vergleich zur Therapie mit Protonen ist dies die weitaus seltener
verfügbare Form der Partikeltherapie und das MedAustron-Team zählt zu
den führenden Gruppen auf diesem Gebiet. Der Nachmittag war offenen
Gesprächsrunden gewidmet, um Länderspezifika in der
Gesundheitsversorgung, Krebstherapie und -forschung besser kennen zu
lernen. Der zweite Tag des Meetings fand bei MedAustron in Wiener
Neustadt statt, wo die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hinter die
Kulissen der Teilchenbeschleunigeranlage blicken konnten.

Der Ärztliche Direktor MedAustrons, Prof. Dr. Eugen B. Hug,
resümierte über das Meeting: „ Es ist uns ein großes Anliegen,
Patientinnen und Patienten aus umliegenden bzw. nahen Ländern den
Zugang zu hochspezialisierter Krebstherapie zu ermöglichen und dafür
ist eine enge Kooperation zwischen den behandelnden Ärztinnen und
Ärzten in den Heimatländern und unserem Team unerlässlich. Das
Meeting bot uns die Gelegenheit, bestehende Beziehungen zu vertiefen,
neue Kontakte zu knüpfen und schuf eine gute Basis für die künftige
gemeinsame Behandlung von Krebserkrankten. “