Wien (OTS) – „Die Wiener Gesundheitsversorgung wird ambulanter – die
Österreichische Gesundheitskasse wird gemeinsam mit der Stadt Wien
die Zahl der regionalen Gesundheitszentren bis Ende 2030 deutlich
erhöhen“, unterstreichen Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker und
die Wiener Landesstellenausschuss-Vorsitzende der ÖGK, Agnes
Streissler-Führer anlässlich der Präsentation des Regionalen
Strukturplanes 2030 (RSG) für Wien. In diesem RSG wird der
Planungshorizont für den intra- wie extramuralen Bereich für weitere
fünf Jahre festgelegt und gilt bis Ende 2030. Der RSG wurde gemeinsam
vom Land Wien und der Sozialversicherung im Einvernehmen mit dem Bund
beschlossen und tritt Anfang 2026 in Kraft. In diesem Plan ist unter
anderem vorgesehen, dass bis Ende 2030 regionale Gesundheitszentren
von 70 auf 169 ausgebaut werden, darunter fallen
Primärversorgungseinheiten, Kinderzentren, Erstversorgungsambulanzen,
Frauengesundheitszentren, Wundzentren, Diabeteszentren und
Schmerzzentren“, so Streissler-Führer.
„Die strukturierte Primärversorgung verbessert die Lebensqualität
– insbesondere von chronisch kranken Patientinnen und Patienten“,
betonte die Gesundheitssprecherin der Wiener Neos, Jing Hu. Deswegen
wird der Schwerpunkt der nächsten Jahre auf den Ausbau der
vergemeinschafteten ambulanten Strukturen liegen. „Ein besonderes
Herzensanliegen ist mir der Ausbau der Angebote für Frauen sowie für
Kinder und Jugendliche. So wollen wir bis 2030 in Wien neun
Frauengesundheitszentren umsetzen, das ist eine Steigerung von Null
auf Neun.“, zeigt sich die ÖGK-Landesstellenausschuss-Vorsitzende
erfreut. Die Einheiten für Kinder- und Jugendheilkunde soll von
derzeit 11 auf 14 erhöht werden; die Diabetes-Zentren von einem auf
drei, die Zahl der Primärversorgungszentren auf mindestens 80
ausgebaut, ein Zentrum für ambulantes Operieren gebildet und Zentren
für Schrittmacher und Schilddrüse umgesetzt werden.
„Um dies zu erreichen, braucht es mehr ärztliches Personal, das
geplante Versorgungsangebot soll daher um 24 Prozent auf 3.400
Stellen bis Ende 2030 erhöht werden“, ergänzt Streissler-Führer. Fast
zwei Drittel davon – rund 2.180 Stellen – sollen in der
Primärversorgung angesiedelt werden.
„Wenn Wien ambulanter wird, betrifft das nicht nur den
niedergelassenen Bereich, das gilt auch für die Krankenanstalten in
unserer Stadt“, betonte der Wiener Gesundheitsstadtrat. „Es wird
zahlreiche Behandlungen geben, die zwar die Infrastruktur eines
Spitals bedürfen, aber nicht eine Überwachung über die Nach
erfordern. Wir werden daher die tagesklinischen Kapazitäten um über
50 Prozent erhöhen – von 650 auf 1.000 Plätze im Jahr 2030; wir
werden auch die spezialisierten Fachambulanzen ausbauen und die
interdisziplinären Teams stärken“, so Hacker.
Die Zahl der Betten für Akutgeriatrie und Remobilisation sollen
stark erhöht werden, kündigte der Stadtrat an. 2030 soll es 884
derartige Betten geben – um 500 mehr als derzeit. Daher kann auch die
Zahl der rein stationären Betten reduziert werden, und zwar um rund
800, sodass es Ende 2030 in den Wiener Fondskrankenhäusern rund 8.400
stationäre Betten geben wird. „Der medizinisch-technische Fortschritt
macht diese Anpassung der Bettenzahl möglich; die durchschnittliche
Verweildauer der Patientinnen und Patienten in den Krankenhäusern
wird immer kürzer. Es zählen nicht die Zahl der Betten, sondern die
Zahl der Leistungen, die in den Wiener Spitälern erbracht werden“, so
Hacker. Die Bettenanzahl wird aber nicht in allen Bereichen sinken.
So wird der wachsende Bedarf im stationären Bereich in den Fächern
Neurologie, Psychiatrie, Sonderpflege, Pädiatrie und Kinder-
Jugendpsychiatrie in der Bettenanzahl berücksichtigt.
„Wir werden Gastpatient*innen in unserer Planung
berücksichtigten, im ambulanten Bereich und in der überregionalen
Versorgungsplanung sind sie in vollem Umfang mitbedacht; im geplanten
stationären Bereich werden wir eine Zahl an Gastpatienten in den
Wiener Krankenanstalten im Umfang des österreichweiten Durchschnitts
versorgen“, unterstrich der Wiener Gesundheitsstadtrat. Wien wird
sich weiter auf Bundesebene für einen Ausbau der überregionalen
Versorgungsplanung einsetzen, damit Gastpatient*innen adäquat
finanziert und aufgenommen werden können.
Zur Leistungsentwicklung der Wiener Fondsspitäler wies der
Stadtrat auf einige Zahlen hin: 2022 wurden in den Wiener
Krankenhäusern rund 296.000 Menschen aus Wien stationär aufgenommen;
2030 werden es 309.000 sein. 70.000 Gastpatienten aus anderen
Bundesländern wurden 2022 aufgenommen; 2030 sollen es ca. 34.000
sein. Ambulant wurden 2022 2,9 Millionen Wienerinnen und Wiener
behandelt; 2030 wird die Zahl auf 3,1 Mio. steigen. 540.000 Nicht-
Wiener*innen haben 2022 in den Wiener Krankenhäusern eine Behandlung
erhalten, bis 2030 wird die Zahl auf 580.000 steigen.
Jing Hu berichtet, dass der digitale Ausbau in der Wiener
Gesundheitsversorgung auch in den nächsten fünf Jahren weitergehen
wird: 1450 bucht bereits jetzt Ersttermine in Ambulanzen der Wiener
Fondsspitäler sowie Termine in einzelnen PVE. Die Möglichkeit der
Terminbuchung soll auf sämtliche Gesundheitsanbieter in der Stadt
ausgedehnt werden. Nach Triage bietet 1450 schon jetzt ärztliche
Videoberatung an. Dieser Service wird ausgebaut und im RSG verankert.
Der Apothekerruf 1455 ist bereits in 1450 integriert und die
Geburtsinfo.wien bietet Informationen rund um die Themen
Schwangerschaft und Geburt, sowie die Möglichkeit sich für die Geburt
in einer öffentlichen Wiener Geburtsklinik anzumelden.
„Im Regionalen Strukturplan Gesundheit arbeiten wir als
Österreichische Gesundheitskasse gemeinsam mit allen
Sozialversicherungen eng mit der Stadt Wien zusammen, mit einer
klaren Aufgabenteilung. Daher haben wir uns auf ein einheitliches
Verständnis geeinigt. Wir überlegen zusammen, welche Leistungen
notwendig sind, wo sie am besten erbracht werden und wie wir sie
gemeinsam realisieren können. Das ist unser Ziel – für die Stadt Wien
und die Wiener Bevölkerung“, betont ÖGK-Landesstellenausschuss-
Vorsitzende Agnes Streissler-Führer.