Wien (OTS) – Gestern Sonntag im Morgengrauen waren wieder
Tierschützer:innen im
Bezirk Gmunden in den Gemeinden Bad Goisern und Bad Ischl unterwegs,
um den Singvogelfang zu dokumentieren. Tatsächlich wurden auch 2
Singvogelfänger inflagranti erwischt. Beide entfernten
auffälligerweise sofort ihre Fallen und Lockvögel und verließen eilig
den Fangplatz, obwohl es erst 7 Uhr früh war. Dann ließen sie sich
von einem Auto abholen, das sie per Telefon herbei gerufen hatten, um
zu verhindern, dass die Tierschützer:innen die Nummerntafeln ihrer
Motorräder fotografieren konnten, um Anzeigen zu erstatten. Es wurden
noch weitere 4 Vogelfänger gesehen, die ihre Fangplätze offenbar nach
einer telefonischen Warnung bereits verlassen hatten. Klar ist, dass
es sich hier um eine neue Strategie des organisierten Vogelfangs
handelt. Es gibt nämlich eine ganze Reihe von Gesetzesübertretungen,
die Vogelfänger offenbar routinemäßig begehen. Dazu gehört, zu viele
Lockvögel einer Art zu halten, die Vögel nicht tierschutzkonform zu
transportieren und den Lockvögeln keine gesetzeskonforme Haltung an
den Fangplätzen zu bieten. Der VGT wird diesbezüglich umfassend
Anzeige erstatten.
Zur neuen Strategie des organisierten Vogelfangs gehört offenbar
auch, den Tierschutz zu diffamieren und zu behaupten, man sei bedroht
worden. „Die Aggression geht von Menschen aus, die uns unter Druck
setzen wollen“, steht in einer Aussendung der Vogelfänger. Und der
VGT wird als „militant“ und „extremistisch“ bezeichnet, eine
lächerliche Unterstellung. „In Wahrheit wurde passiv und begleitet
von sehr freundlichen Worten lediglich das Geschehen dokumentiert“,
erklärt VGT-Obperson DDr. Martin Balluch, der den Singvogelfang
persönlich seit Jahrzehnten sehr gut kennt und auch selbst anwesend
war. „Der VGT will nicht die Vogelfänger unter Druck setzen, sondern
erreichen, dass zumindest das Gesetz zum Schutz der Vögel eingehalten
wird. Da sich keine Amtstierärzt:innen in die Abgeschiedenheit der
Bergwälder begeben werden, um die Vogelfänger zu kontrollieren,
müssen Tierschützer:innen diese Aufgabe im Namen der Öffentlichkeit
übernehmen . Es ist unsere ureigenste Pflicht als
Tierschutzorganisation, die Bevölkerung darüber zu informieren, wie
bei uns mit Tieren umgegangen wird, und Anzeige zu erstatten, wenn
uns Tierquälereien auffallen.“
Und Balluch weiter: „Die Unterstellung, wir seien aggressiv oder
gar militant und extremistisch, ist total absurd und eine leicht
durchschaubare Strategie, um vom Thema abzulenken. Offenbar sieht man
sich einer öffentlichen Diskussion über den Singvogelfang nicht
gewachsen. Ein Foto vom Fallenfang wilder Singvögel aufzunehmen, hat
mit Militanz oder Extremismus überhaupt nichts zu tun. Und natürlich
sind die Tierschützer:innen, die den Singvogelfängern begegnen, immer
höflich und zurückhaltend. Seit es Mobiltelefone gibt, wäre es
jederzeit möglich, Drohungen und Aggressionen zu dokumentieren, und
alle Vogelfänger hatten Telefone und damit Kameras dabei. Keiner aber
kann auch nur einen Film eines aggressiven Wortes seitens der
Tierschützer:innen vorweisen, weil es so etwas nicht gab.“
Pressefotos (Copyright: VGT.at)