Stellungnahme des Österreichischen Bundesverbands für Psychotherapie (ÖBVP): Österreichquote ist historischer Schritt

Wien (OTS) – Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie
(ÖBVP) begrüßt
den heutigen Beschluss des Wissenschaftsausschusses zur Einführung
einer Österreichquote für das neue Masterstudium Psychotherapie
ausdrücklich. Ab dem Wintersemester 2026/27 stehen bis zu 500
Studienplätze an zehn öffentlichen Universitäten zur Verfügung, davon
75 Prozent für Inhaber:innen eines österreichischen Reifezeugnisses.

„Mit dieser Entscheidung wird ein historischer Meilenstein
gesetzt. Psychotherapie erhält damit endlich ein eigenes
Masterstudium an öffentlichen Universitäten – leistbar,
zukunftsorientiert und in der Qualität aufgewertet. So können wir die
besten Köpfe im Land halten und die Versorgung langfristig sichern“,
erklärt Barbara Haid, Präsidentin des ÖBVP.

Der Verband betont, dass die Quote nicht nur ein
bildungspolitisches Signal ist, sondern vor allem ein Beitrag zur
Versorgungssicherheit im Gesundheitssystem. „Bei Studierenden mit
einem österreichischen Bildungshintergrund können wir in höherem
Ausmaß damit rechnen, dass sie den späteren Beruf der
Psychotherapeutin oder des Psychotherapeuten tatsächlich in
Österreich ausüben werden. Und psychische Gesundheit darf nicht
länger das Stiefkind der Gesundheitspolitik sein. Mit diesem Schritt
wird klar: Österreich nimmt die psychische Versorgung seiner
Bevölkerung ernst“, so Haid.

Gleichzeitig macht der ÖBVP deutlich, dass mit dem Masterstudium
nur die erste Etappe geschafft ist. „Jetzt braucht es den
konsequenten nächsten Schritt: ausreichend Fachausbildungsplätze in
Krankenhäusern und Institutionen – analog zur Facharztausbildung –
sowie Stipendien, welche die Finanzierung dieser Phase sichern.
Unsere Ausbildungskandidat:innen behandeln bereits jetzt unter
Supervision Patient:innen und sind in hohem Ausmaß
versorgungswirksam. Diese Ressource dürfen wir nicht verschenken“,
unterstreicht die Präsidentin.

Der ÖBVP sieht in den Beschlüssen den Beginn einer neuen Ära für
die Profession und die Patient:innenversorgung: „Die Grundlagen sind
gelegt – jetzt müssen wir sie mit Leben füllen. Das heißt:
ausreichend Ausbildungsplätze, faire Finanzierung und ein
konsequenter Ausbau der Versorgungsstrukturen“, schließt Haid.