Totschnig: Von jung bis etabliert – Neue Lösungen gegen Lebensmittelverschwendung prämiert

Wien (OTS) – Gestern wurde im Rahmen der Initiative „Lebensmittel
sind kostbar!“
bereits zum sechsten Mal der VIKTUALIA-Award verliehen. Mit dieser
österreichweit einzigartigen Auszeichnung werden Projekte prämiert,
die durch innovative Ansätze und gelebtes Engagement einen wertvollen
Beitrag zur Reduktion von Lebensmittelabfällen leisten.

„Das große Engagement und der unermüdliche Einsatz aller
Teilnehmenden zeigen eindrucksvoll, dass die Vermeidung von
Lebensmittelverschwendung ein wichtiges Thema in Österreich ist – für
uns alle, für die Umwelt, für die Wirtschaft und unser Geldbörserl.
Die diesjährigen Projekte beweisen, dass konkrete Schritte und
innovative Lösungen gegen den Wegwerf-Trend möglich sind und auch
Wirkung zeigen. Ich gratuliere allen Gewinnerinnen und Gewinnern
herzlich und danke allen, die ein Projekt eingereicht haben“, so
Bundesminister Totschnig anlässlich der Verleihung.

Premiere für VIKI Award

Bei der diesjährigen Preisverleihung kam es zu einer Premiere:
Zum ersten Mal wurde der VIKI-Award, der junge Gestalterinnen und
Gestalter von 15 – 26 Jahren für ihr besonderes Engagement gegen
Lebensmittelverschwendung auszeichnet, verliehen. Dieser ist mit
einem Preisgeld von je 500 Euro dotiert.

Lebensmittel sind kostbar!

Qualitativ hochwertige und leistbare Lebensmittel sind ein
wesentliches Grundelement für uns alle. Dennoch landen in Österreich
jährlich rund 1.185.000 Tonnen Lebensmittel und Speisereste entlang
der gesamten Wertschöpfungskette im Müll. Rund 619.000 Tonnen davon
sind vermeidbar.

„Lebensmittelverschwendung ist nicht nur eine enorme Belastung
für unsere Umwelt, sondern auch eine Verschwendung wertvoller
Ressourcen. Mit unserer Initiative ‚Lebensmittel sind kostbar!‘
setzen wir wichtige Schritte, um Bewusstsein zu schaffen und konkrete
Lösungen voranzubringen. Mein Dank gilt allen Teilnehmenden des
Awards – sie übernehmen eine wichtige Vorbildrolle für einen
verantwortungsvollen Umgang mit unseren Lebensmitteln“, so
Bundesminister Totschnig abschließend.

Mit dem VIKTUALIA-Award ausgezeichnet wurden:

Kategorie Handel mit Lebensmitteln: Genussviertel für Dahoam,
Winkler Markt KG, Oberösterreich

Das Bistro des Winkler Markts ist ein herausragendes Beispiel für
Regionalität und Nachhaltigkeit in der Lebensmittelverwertung.
Überschüssige Lebensmittel aus dem Markt werden zu schmackhaften
Mittagsmenüs und Gerichten im Glas verarbeitet, mit denen gänzlich
neue Zielgruppen im Handel erreicht werden.

Kategorie Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung: Stop Food
Waste Corner, Eurest Restaurationsbetriebsgesellschaft m.b.H., Wien

Im EUREST-Betriebsrestaurant der Österreichischen Lotterien
werden übrig gebliebene Lebensmittel vom Vortag kreativ kombiniert
und durch ein breites Informationsangebot im Stop Food Waste Corner
angeboten. Durch täglich frisch zubereitete Gerichte werden bewusster
Konsum, nachhaltigere Essgewohnheiten und so ein Vorzeigeprojekt
gegen Lebensmittelverschwendung in der Gemeinschaftsverpflegung
geschaffen.

Kategorie Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft: Junior
Tafel, Österreichisches Rotes Kreuz, Wien

Die „Junior Tafel“ des Österreichischen Roten Kreuzes bringt die
Kinder- und Jugendarmut sowie die Lebensmittelverschwendung verstärkt
in den öffentlichen Diskurs. Ziel ist, überschüssige Lebensmittel
sinnvoll weiterzuverwenden und gleichzeitig armutsbetroffene Familien
zu unterstützen. Spenderinnen und Spender aus Produktion und
Landwirtschaft erhöhen das Warenangebot für Familien in den Tafel-
Ausgabestellen. Damit wird auf vorbildliche Weise ökologische
Nachhaltigkeit mit sozialem Engagement vereint.

Sonderpreis: VIKI-Award

„Verwenden statt verschwenden“ , BRG Petersgasse, Steiermark

Im Oberstufenkurs „Verwenden statt verschwenden“ werden
Schülerinnen und Schüler für Lebensmittelverschwendung in allen
Facetten entlang der gesamten Lieferkette sensibilisiert und aktiv
zum Handeln motiviert, um sorgsam mit Lebensmitteln – vom Einkauf bis
zur Zubereitung – umzugehen und bewusstere Konsumentscheidungen
treffen zu können.

„Iss no Guat“ , Landjugend Bezirk Murau, Steiermark

Die im Sommerprogramm organisierten Workshops setzen ein starkes
Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung, indem spielerisch vermittelt
wurde, wie sorgsam mit Lebensmitteln umgegangen werden kann sowie
Reste verwertet werden können. Durch regionale Kooperationen wie mit
der Fachschule Schloss Feistritz verbindet das Projekt Bildung,
Praxis und regionale Zusammenarbeit – mit Vorbildwirkung über die
Region hinaus.

„WasteFoodHero“ , BHAK und BHAS Wien

Durch den Ansatz des „Lernens durch Tun“ wird das Thema
Lebensmittelverschwendung praxisnah und kreativ aufbereitet. Die
Schülerinnen und Schüler arbeiten mit den Marktstandlern des Viktor-
Adler-Markts zusammen, verarbeiten das dort nicht verkaufte Obst und
Gemüse und verkauften dieses anschließend. Sie tragen das Gelernte
zudem direkt in die Schulgemeinschaft um Bewusstsein zu schaffen und
demonstrieren so, wie im Grätzl das Thema Lebensmittelrettung und
nachhaltiger Konsum wirkungsvoll funktionieren kann.