VWBF-Studienreise nach Zürich: Nur Genossenschaften sichern leistbares Wohnen

Zwtl.: Studienreise mit Fokus auf Leistbarkeit und
Systemvergleich

Die diesjährige Studienreise führte den Verein für Wohnbauförderung (
VWBF) nach Zürich.

Drei erkenntnisreiche Exkursionstage (10. bis 13.9.2025) – mit
Besichtigungen innovativer Wohnprojekte und interessante Gespräche
mit Vertreter:innen von Wohnbaugenossenschaften und Stadtplanung
gaben den Reiseteilnehmer:innen einen detaillierten Einblick in das
System des Zürcher Wohnungsmarktes und ermöglichen auch wichtige
Rückschlüsse auf die österreichische Wohnungspolitik.

Zwtl.: UN-Jahr der Genossenschaften: Relevanz und Anlass der Reise

Wichtiger Beweggrund für die Zürich-Reise war das 2025 von den
Vereinten Nationen ausgerufene Jahr der Genossenschaften. Dies
deshalb, weil gerade in Zürich den gemeinnützigen
Wohnbaugenossenschaften mit einem Anteil von 18% ein großer
Stellenwert in der leistbaren Wohnungsversorgung zukommt. Die Mieten
der Zürcher Genossenschaften liegen um rd. 50% unter dem Marktniveau.
Neben dem kommunalen Wohnbau (Anteil von 7%) sind es vor allem die
gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaften, die erschwinglichen Wohnraum
für die Zürcher Bevölkerung garantieren.

Zwtl.: Engpass Boden: Wohnungsknappheit trotz starkem Sektor

So wichtig der Genossenschaftswohnbau für die Wohnungsversorgung
ist, so wenig kann er aber die Nachfrage decken. Zürich ist – vor
allem aufgrund der enorm hohen Grundstückspreise – mit einer
vehementen Wohnungsknappheit konfrontiert. Zahlreiche
Bürgerinitiativen und Volksentscheide für mehr leistbare Wohnen
unterstreichen dieses gesellschaftspolitische Problem. Inwieweit die
von der Stadt Zürich beschlossene Erhöhung des gemeinnützigen
Wohnbaus auf ein Drittel des Gesamtbestandes bis zum Jahr 2030 die
Wohnungskrise lindern kann, bleibt abzuwarten.

Zwtl.: Fachinput: Bruno-Kreisky-Preis-ausgezeichnete Analyse

Viel fachlichen Input steuerte Rebekka Hirschberg, Co-Autorin
eines Buches zum Züricher Wohnunsgmarktes, bei. Ihre Publikation
wurde mit dem vom VWBF initiierten und unterstützten Bruno-Kreisky-
Preis für sozial-ökologisches Wohnen ausgezeichnet.

Zwtl.: Gemeinnützige sind Garant für Leistbarkeit

VWBF-Obfrau Andrea Washietl: „Die Fact-Finding-Mission in Zürich
hat für uns wichtige Erkenntnisse gebracht. Die gemeinnützigen
Wohnbaugenossenschaften sind die Garanten für leistbares Wohnen und
haben daher einen durchaus ähnlich großen Stellenwert am
Wohnungsmarkt wie die gemeinnützigen Bauvereinigungen in Wien.
Ähnlich wie bei uns steht der gemeinnützige Wohnbau breiten
Bevölkerungsschichten offen und erfüllt somit auch eine wichtige
sozialstaatliche Aufgabe. Unterschied: in Wien sind es über 200.000
Mietwohnungen von über 50 gemeinnützigen Wohnbauträgern, in Zürich
verwalten über 200 Baugenossenschaften rd. 70.000 Wohnungen.“

Zwtl.: Unterschiede bei Mieter:innenrechten: Konsumentenschutz als
Stärke Österreichs

So ähnlich sich die beiden Wohnbausysteme sind, so verschieden
sie aber auch. „Die Mieter:innenrechte sind in Zürich deutlich
geringer ausgeprägt als hierzulande. So können die Genossenschaften
bei Veränderung der Haushaltsgröße recht einfach und kurzfristig den
Mietvertrag aufkündigen. Das ist bei uns unverstellbar! Bei uns haben
die Mieterinnen und Mieter eine starke konsumentenschutzrechtliche
Stellung, was wesentlich zur Wohnsicherheit beiträgt“, erklärt
Washietl.

Zwtl.: Finanzierung „made in Switzerland“: EGW & Fonds de Roulement

Das Wohnbaufinanzierungssystem weist in der Schweiz mit der
Emissionszentrale für den gemeinnützigen Wohnbau (EGW) ein sehr
innovatives Finanzierungsvehikel auf. Dabei garantiert der Bund
Anleihen der Emissionszentrale, an der Genossenschaften Mitglieder
sind. Mit dem am Kapitalmarkt aufgenommenen Mitteln gewährt die EGW
ihren Mitgliedern Darlehen zur Finanzierung des leistbaren Wohnbaus.
Flankierend speist der Bund den Fonds de Roulement, der von den
Dachorganisationen des gemeinnützigen Wohnbaus treuhändisch verwaltet
wird und zinsgünstige Darlehen an die gemeinnützigen
Baugenossenschaften vergibt. Zusätzlich gibt es Rückbürgschaften.

Zwtl.: Ableitungen für Österreich: Stabil finanzieren, Bauland
mobilisieren

„Die Schweiz verfügt über ein auf die gemeinnützigen
Baugenossenschaften zugeschnittenes Wohnbaufinanzierungssystem. Die
positiven Erfahrungen sollten Anstoß für alternative
Finanzierungsinstrumente für die Gemeinnützigen auch hierzulande“,
regt VWBF-Obfrau Washietl an. Generell braucht es in Österreich ein
stabiles, sich selbsttragendes Wohnbaufinanzierungssystem. Jede
Maßnahme – sei es die Zweckbindung oder Fondsmodelle – ist zu
begrüßen. Ebenso sind zusätzliche baulandmobilisierende Maßnahmen für
leistbaren Wohnbau erforderlich. Wie in den städtischen
Ballungsräumen in der Schweiz mangelt es auch in Österreich an
erschwinglichen Grundstücken. Hier bieten sich Instrumente der
Vertragsraumordnung und Widmungskategorien nach dem Wiener Vorbild
ebenso an wie die Bereitstellung von im öffentlichen Eigentum
stehender Liegenschaften.

Zwtl.: EINLADUNG: VWBF-SYMPOSIUM 2025

„Können wir uns den leistbaren Wohnbau noch leisten?“

Donnerstag, 23. Oktober 2025, Beginn 15:00 Uhr
Ars Electronica Center, Linz

15:00 Uhr – Begrüßung & Einleitung

– Mag. Robert Oberleitner , Obmann GBV OÖ – Begrüßung

– Ing. Roland Hattinger, Obmann VWBF OÖ – Begrüßung

– Mag.a Andrea Washietl , Obfrau VWBF – Einleitende Worte

Keynotes

– Klaus Seltenheim , MA, NR-Abg. und SPÖ-Bundesgeschäftsführer

– Mag. Christian Zenz , Abteilungsleiter Wohnungs- und
Siedlungspolitik, Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und
Tourismus – Reformperspektiven für den gemeinnützigen Wohnbau

– Prof.in Dr.in Gabu Heindl , Architektin und Stadtplanerin –
Leistbares Wohnen – Realität oder Utopie?

16:30–16:45 Uhr – Paus e

Inputs

– Dr. Gerald Kössl , Wohnwirtschaftliches Referat, Österreichischer
Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen – Leistbarkeit und
Wohnsicherheit – für wen?

– Dr. Özgür Öner , Leiter Europabüro, GdW Bundesverband deutscher
Wohnungs- und Immobilienunternehmen – W ohnungskrise in der EU –
Ursachen, Entwicklung und Rezepte

Podiumsdiskussion

– Mag.a Elke Hanel-Torsch , NR-Abg., Sprecherin für Bauen & Wohnen,
SPÖ

– Mag.a Johanna Jachs , NR-Abg., Mitglied Ausschuss Bauen & Wohnen,
ÖVP

– Michael Oberlechner, MA , NR-Abg., Sprecher für Bauen & Wohnen, FPÖ

– Mag.a Nina Tomaselli , NR-Abg., Sprecherin für Bauen & Wohnen,
Grüne

– Mag.a Sophie Wotschke , NR-Abg., Sprecherin für Bauen & Wohnen,
NEOS

– KommR Mag. Michael Gehbauer , Obmann, Österreichischer Verband
gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV)

1 8:30 Uhr – Abschluss & gemeinsames Abendessen

Moderation: Mag.a Sonja Kato

Anmeldung: E-Mail: [email protected] Betreff: Anmeldung zum VWBF-
Symposium

Über den VWBF – Der Verein für Wohnbauförderung (VWBF) setzt sich
für einen zukunftsfähigen, sozialen und nachhaltigen Wohnungsmarkt in
Österreich ein. Als Schnittstelle zwischen Bauträgern, politischen
Entscheidungsträgern und der Gesellschaft stärkt der VWBF durch
Wissensvermittlung, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit das
Bewusstsein für die Bedeutung des gemeinnützigen Wohnens als zentrale
Säule der sozialen Sicherheit und Lebensqualität.