Wien (OTS) – Die Österreichische Bischofskonferenz hat am Mittwoch
die
Kirchenstatistik für das Jahr 2024 veröffentlicht. Die Katholikenzahl
in Österreich ist demnach im letzten Jahr leicht zurückgegangen,
insgesamt aber weitgehend stabil. So gab es mit Stichtag 31. Dezember
2024 genau 4, 56 Mio. Katholikinnen und Katholiken in Österreich. (
2023 waren es laut amtlicher Statistik 4.638.842). Die Zahl der
Kirchenaustritte ist mit 71.531 gegenüber dem Vorjahr deutlich
zurückgegangen. Die Statistik weist zugleich eine Zunahme bei den
Gottesdienstbesuchern aus. Das Engagement der ehrenamtlichen Laien in
der Kirche ist stabil, ebenso die Gesamtzahl der Priester und
hauptamtlichen Bediensteten.
Mit einer ebenfalls am Mittwoch präsentierten umfassenden
Leistungsbilanz zeigt die Katholische Kirche in Österreich auf, dass
sie nicht nur in geistlichen bzw. spirituellen Fragen ein „big
player“ ist, sondern auch im Blick auf Leistungen für das Gemeinwohl.
Präsentiert wird die Bilanz unter www.katholisch.at/Kirche-in-Zahlen.
Die Bischofskonferenz hat am Mittwoch zudem auch die Finanz-
Kennzahlen der Katholischen Kirche für das Jahr 2024 veröffentlicht.
Deutlich wird: Der Kirchenbeitrag bildet das Rückgrat der
Kirchenfinanzierung in Österreich. Die Einnahmen aus dem
Kirchenbeitrag betrugen 2024 539,4 Millionen Euro (knapp 71 Prozent
der Gesamteinnahmen). – Eine leichte Steigerung gegenüber 2023. Der
Großteil der Budgets der Diözesen sichert die kirchliche
Basisstruktur und die Seelsorge.
Mehr Neueintritte und Erwachsenentaufen
Maßgebliche Faktoren für den Rückgang der Katholikenzahl sind
nicht nur das Verhältnis von Austritten zu Kircheneintritten, sondern
vor allem auch von Taufen zu Sterbefällen und von Zuzügen zu
Wegzügen. 2024 wurden 5.154 Personen in die Kirche wieder oder neu
aufgenommen. Das ist eine Steigerung gegenüber 2023 (4.575). Zur Zahl
an Personen, die der Katholischen Kirche beitreten, müssen auch jene
hinzugezählt werden, die sich im Erwachsenenalter (ab 14 Jahren)
taufen lassen. Hier weist die amtliche Statistik für 2024 255 Taufen
aus. Das ist ebenfalls eine Steigerung gegenüber 2023 (208). 453
Personen machten zudem 2024 von ihrem Recht auf Widerruf Gebrauch.
Gottesdienstbesuche
Deutlich gestiegen ist 2024 die Zahl der Gottesdienstbesucher. An
den beiden Zählsonntagen wurden 366.210 bzw. 378.797
Gottesdienstteilnehmer gezählt. Stabil sehr hoch ist zudem die Zahl
jener, die in Österreich über Radio, Fernsehen und Internet am
Sonntag einen Gottesdienst mitfeiern. Laut Erhebungen des ORF und von
ServusTV handelte es sich im Jahr 2024 dabei regelmäßig um rund
800.000 bis über 1 Million Mitfeiernde.
Taufen, Trauungen, Erstkommunion und Firmung
Die Zahl der Taufen lag 2024 bei 36.705. Das ist ein Rückgang
gegenüber 2023, als 39.488 Taufen zu verzeichnen waren. 2024 konnten
45.685 Erstkommunionen verzeichnet werden. Das ist ein leichter
Anstieg gegenüber 2023 (45.132). Selbiges gilt auch für die
Firmungen. 2024 gab es 39.677 Firmungen, das ist ein leichter Anstieg
gegenüber 2023 (38.122). Die Zahl der Trauungen ist zurückgegangen.
7.537 Paare ließen sich 2024 kirchlich trauen. 2023 waren es noch
8.228 Paare. Die Zahl der kirchlichen Begräbnisse betrug 2024 47.353.
Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber 2023 (50.900).
Priester, Diakone, Ordensleute
Die Zahl der in Österreich wirkenden Priester betrug 2024 laut
der amtlichen Kirchenstatistik 3.269. Damit ist die Zahl gegenüber
2023 (3.320) leicht zurückgegangen. Insgesamt zeigt sich in den
vergangenen Jahren bei den Priestern aber eine relativ stabile
Situation. Leicht gestiegen ist die Zahl der Ständigen Diakone, von
denen die amtliche Statistik für 2024 763 aufweist.
Die Zahl der Ordensmänner in Österreich – dazu zählen
Ordensbrüder und Ordenspriester – ist leicht zurückgegangen. (2024:
1.526; 2023: 1.555) Für die Ordensfrauen in Österreich weist die
amtliche Statistik 2024 2.591 Schwestern aus. Die Zahl der
Ordensfrauen in Österreich nimmt seit Jahren leicht aber stetig ab (
2023: 2.721).
Hauptamtliche Laien und ehrenamtliches Engagement
1.463 Frauen und Männer – hauptamtliche Laien – waren 2024 im
pastoralen Dienst der Kirche tätig. Das ist ein leichter Anstieg im
Vergleich zu 2023 (1.409). Die Zahl ist aber über die Jahre recht
stabil. Insgesamt gibt es eine deutliche Mehrheit der Frauen in den
betreffenden Berufsfeldern. 909 Frauen stehen 554 Männern gegenüber.
In der Statistik ausgewiesen ist auch das ehrenamtliche
Engagement in der Vorbereitung auf die Sakramente. Die Statistik
verzeichnet für 2024 12.061 Begleiterinnen und Begleiter bei der
Erstkommunion. Das ist mehr als in den Jahren zuvor (2023: 11.767).
Auch bei den Firmhelferinnen und Firmhelfern gab es 2024 mit 6.934
einen kleinen Anstieg gegenüber 2023 (6.840).
Von Stabilität geprägt ist das österreichweit nach wie vor sehr
dichte Netz von Pfarrgemeinden: Die Statistik für 2024 weist 4.167
Pfarren und sonstige kirchliche Seelsorgestellen aus.
Kirchliche Leistungsbilanz
Ein besonderes Augenmerk der am Mittwoch veröffentlichten
Leistungsbilanz liegt auf dem Einsatz bzw. der Bedeutung der
Katholische Kirche für die Gemeinschaft. So verweist die Kirche
darauf, dass durch das Konkordat mit dem Staat die 52 Sonntage und
elf christlichen Feiertage für die Menschen in Österreich als
arbeitsfreie Tage gesichert sind, und zwar unabhängig vom
Religionsbekenntnis.
Darüber hinaus engagieren sich rund 500.000 Freiwillige mit
geschätzten 150 Millionen Stunden jährlich in den Pfarren und
Organisationen der Katholischen Kirche. Auch Kinder und Jugendliche
profitieren: Etwa 200.000 junge Menschen finden in katholischen
Gruppen und Verbänden Gemeinschaft, begleitet von rund 20.000
Ehrenamtlichen. Für Katholikinnen und Katholiken mit
Migrationshintergrund bieten rund 500 fremdsprachige Gemeinden
spirituelle Heimat und soziale Anbindung – insgesamt rund eine halbe
Million Menschen.
Kirche wichtige Stütze im Sozialsystem
Auch im sozialen Bereich erbringt die Katholische Kirche in
Österreich wichtige Leistungen, die nicht nur Kirchenmitgliedern,
sondern der Allgemeinheit zugutekommen. So unterstützen etwa die
Einrichtungen der Caritas mit ihren mehr als 17.000 Angestellten und
46.000 Freiwilligen Menschen mit Pflege- und Betreuungsbedarf sowie
Menschen in Not und am Rand der Gesellschaft. In 23 Ordensspitälern
werden zudem jährlich rund zwei Millionen Patientinnen und Patienten
versorgt. Hinzu kommen die kirchlichen Hilfswerke, die mit rund 160
Millionen Euro Spenden im Jahr über 3.000 Projekte weltweit
ermöglichen.
Auch im Bildungsbereich spielt die Kirche eine gewichtige Rolle:
In knapp 290 katholischen Schulen werden rund 76.000 Schülerinnen und
Schüler unterrichtet, was nicht nur ein breites Bildungsangebot
sichert, sondern dem Staat jährlich viel Geld erspart. Ergänzt wird
dieses Engagement durch rund 700 kirchliche Kindertagesheime, in
denen etwa 42.000 Kinder betreut werden. Für Erwachsene bietet die
Kirche ebenfalls zahlreiche Bildungsangebote: Mehr als 526.000
Menschen nahmen zuletzt an rund 27.000 Veranstaltungen katholischer
Erwachsenenbildungseinrichtungen teil.
Kulturprägende Oasen und Kraftplätze
Schließlich verweist die Bilanz auch auf die Bedeutung der Kirche
im Bereich Kultur. So kann die Katholische Kirche als größter
Kulturträger des Landes gesehen werden, der für den Erhalt eines
wesentlichen Teils des österreichischen Kulturerbes sorgt.
Insgesamt prägen rund 9.400 Kirchen und Kapellen verschiedenster
Epochen das Landschafts- und Ortsbild. Mehr als 13.500
denkmalgeschützte Gebäude werden von der Katholischen Kirche
instandgehalten, wobei allein die entrichtete Mehrwertsteuer die
staatlichen Denkmalschutzförderungen übersteigt. In 220 Kloster- und
Ordensbibliotheken lagern mehr als 4,5 Millionen Bücher, vielfach
auch online zugänglich.
Rechenschaftsbericht 2024
Die zehn Diözesen in Österreich verzeichneten laut
Rechenschaftsbericht 2024 Gesamteinnahmen in der Höhe von rund 763,8
Millionen Euro (2023: 698,3 Millionen). Dem stehen Aufwendungen von
rund 784,3 Millionen Euro (2023: 732,1 Millionen) gegenüber. Aufgrund
eines positiven Finanzergebnisses in der Höhe von knapp 22 Millionen
Euro weist die Gebarungsübersicht der Diözesen insgesamt ein leicht
positives „Ergebnis der kirchlichen Tätigkeit“ aus.
Der Großteil der Einnahmen der Diözesen stammt aus dem
Kirchenbeitrag. Diese Einnahmen sind gestiegen. 2024 waren es 539,4
Millionen Euro (knapp 71 Prozent der Gesamteinnahmen), 2023 lagen die
Kirchenbeiträge bei 511 Millionen Euro. Der Großteil der Budgets der
Diözesen sichert die kirchliche Basisstruktur und die Seelsorge. So
wurden laut Rechenschaftsbericht 2024 für die Pfarren und die
pastoralen Aufgaben insgesamt 480,7 Millionen Euro aufgewendet, was
einem Anteil von 61,3 Prozent an den Gesamtausgaben entspricht.
Der Großteil der Ausgaben entfällt mit etwas über 453,2 Millionen
Euro auf die Personalkosten (57,8 Prozent) für die 8.371
Beschäftigten (Priester und Laien) im diözesanen Dienst. Dabei ist
der Personalaufwand für die Laienangestellten höher als für den
Klerus.
Die amtliche Kirchenstatistik 2024, der Finanzbericht sowie die
Leistungsbilanz finden sich unter www.katholisch.at/Kirche-in-Zahlen.
(Weitere Meldungen zur aktuellen Kirchenstatistik im Kathpress-
Themenschwerpunkt unter www.kathpress.at/kirchenstatistik2024)
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