LR Schleritzko und LR Antauer präsentieren Projekt „HerzMobil NÖ“

St. Pölten (OTS) – Herzinsuffizienz gehört zu den häufigsten
internistischen
Erkrankungen: Rund 300.000 Menschen in Österreich leiden an einer
chronischen Herzschwäche, allein in Niederösterreich kommt es jedes
Jahr zu etwa 25.000 Klinikaufenthalten. Dabei kann das Herz den
Körper nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgen – die
Folge sind Atemnot, eingeschränkte Belastbarkeit, Wassereinlagerungen
und wiederholte Klinikaufenthalte. In einer Pressekonferenz am
heutigen Montagvormittag präsentierten Landesrat Ludwig Schleritzko
sowie Landesrat und NÖGUS-Vorsitzender Martin Antauer gemeinsam mit
Elisabeth Bräutigam, Vorständin der NÖ Landesgesundheitsagentur, und
Vertretern von NÖGUS, Ärztekammer und Gesundheitskasse das Projekt
„HerzMobil NÖ“.

„Damit bieten wir in unserem Bundesland zum ersten Mal ein
telemedizinisches Betreuungsprogramm für Menschen mit Herzschwäche
an“, so Landesrat Schleritzko, der erklärt: „Das Besondere daran ist
die Kombination aus moderner Technologie und persönlicher Betreuung
in Zusammenarbeit von Kliniken und niedergelassenen Ärztinnen und
Ärzten.“ Das Projekt sei eine Zusammenarbeit von Land NÖ, NÖ LGA, dem
NÖGUS, der ÖGK und der Ärztekammer.

„HerzMobil startet als Pilotprojekt am Universitätsklinikum
Wiener Neustadt mit rund zehn Patientinnen und Patienten. Schon im
ersten Jahr wollen wir etwa achtzig Menschen betreuen“, führt der
Landesrat aus. Mittelfristig sei eine Betreuung von 450 Patientinnen
und Patienten möglich, langfristig könne HerzMobil NÖ bis zu 2.000
Betroffene pro Jahr im ganzen Land begleiten. Das Programm dauere für
den einzelnen Patienten zunächst drei Monate und könne bei Bedarf auf
sechs Monate verlängert werden. Es bringe dabei Vorteile für alle
Beteiligten. Schleritzko: „Für die Patientinnen und Patienten
bedeutet das mehr Sicherheit und eine bessere Lebensqualität, für
ihre Angehörigen Entlastung und Stabilität im täglichen Umgang mit
den Betroffenen und für unser Gesundheitssystem heißt es, Ressourcen
werden effizienter genutzt, weil Spitalswiederaufnahmen vermieden
werden.“

Landesrat und NÖGUS-Vorsitzender Martin Antauer sprach von
Herzinsuffizienz als „eine Volkskrankheit und eine der häufigsten
Ursache für Spitalsaufenthalte.“ Jeder zweite Patient werde nach
einer Spitalsentlassung wieder aufgenommen. „Nun stehen die Patienten
nach der Entlassung nicht mehr alleine da, sondern sind mit HerzMobil
in ein engmaschiges Netzwerk eingebunden“, erklärt er. Die Wirkung
sei messbar, etwa am Beispiel des Bundeslandes Tirol, wo HerzMobil
schon länger implementiert sei. „Die Wiederaufnahmen konnten in Tirol
von 50 auf 25 Prozent gesenkt werden, die Sterblichkeit durch diese
Form der Betreuung auf zehn Prozent.“

Bis zu 7,1 Millionen Euro investiere der NÖGUS mit den
Sozialpartnern bis 2028 in HerzMobil, „und damit in etwas, das ganz
unmittelbar wirkt: Patientinnen und Patienten gewinnen Sicherheit und
Lebensqualität, Angehörige spüren Entlastung, und unser
Gesundheitssystem wird stabiler. Für mich ist klar: Jeder Euro, den
wir hier einsetzen, kommt direkt bei den Menschen an. HerzMobil NÖ
ist ein Beispiel dafür, wie moderne Medizin, digitale Technik und die
Unterstützung des Landes Hand in Hand gehen – zum Nutzen aller
Niederösterreicher“, sagt Antauer.

LGA-Vorständin Elisabeth Bräutigam erklärte die Krankheit
Herzinsuffizienz aus medizinischer Sicht und unterstrich: „Mit
HerzMobil wird die Schnittstelle von Niedergelassenem Bereich und
Krankenhaus zur Nahtstelle.“ Bräutigam: „Mit HerzMobil NÖ erweitern
wir die Versorgung um eine neue Ebene: digital, kontinuierlich,
vernetzt und direkt im Alltag der Patientinnen und Patienten. Das
Projekt zeigt, wie Telemedizin heute schon einen echten Mehrwert
bringt – und ist ein Pilot für die digitale Betreuung weiterer
chronischer Erkrankungen.“

NÖGUS-Geschäftsführer Volker Knestel sprach zur Finanzierung des
Projektes und sagte: „Wir sind stolz auf die Umsetzung von Herzmobil
in Niederösterreich und stellen als NÖGUS die Finanzierung –
gemeinsam mit der Sozialversicherung – in den nächsten Jahren
sicher.“

„HerzMobil zeigt, wie moderne Versorgung in Niederösterreich nach
dem Prinzip ,digital vor ambulant vor stationär´ gelingt: Nicht als
entweder-oder, sondern als kluges Zusammenspiel von Niederlassung und
Spitälern an einer starken Nahtstelle“, betonte NÖ Ärztekammer-
Präsident Harald Schlögel.

„Mit dem Projekt HerzMobil NÖ setzen wir ein starkes Zeichen: Es
geht darum, Menschen mit Herzschwäche bestmöglich zu begleiten –
medizinisch, aber auch in ihrem Alltag. Die Österreichische
Gesundheitskasse ist dabei nicht nur in der Versorgung aktiv, sondern
engagiert sich besonders in der Vorsorge“, so Robert Leitner,
Vorsitzender der Österreichischen Gesundheitskasse.