Wien (OTS) – Am Dienstag, dem 9. September, wird wieder der
Internationale Tag zum
Schutz der Bildung vor Angriffen begangen – und möglicherweise war
dieser Gedenktag noch nie so bedeutsam wie in diesem Jahr. Der
aktuelle Academic Freedom Index zeigt: In 34 Ländern ist die
Wissenschaftsfreiheit in den letzten zehn Jahren deutlich
zurückgegangen – selbst in etablierten Demokratien wie Österreich und
Deutschland. Besonders gefährdet ist sie, wenn Parteien mit
autoritären Tendenzen Regierungsverantwortung übernehmen. Dann spüren
Hochschulen den Druck: weniger Autonomie, Kürzung von
Forschungsgeldern, unliebsame Fächer im Visier.
„Es geht nicht um Inhalte, sondern um die Freiheit, Wissen zu
erzeugen“, warnt Carsten Q. Schneider, neuer Interimsrektor der
Central European University (CEU). „Wenn Universitäten eingeschränkt
werden, verlieren Gesellschaften die Fähigkeit, Erkenntnisse über
sich selbst zu erlangen und autoritären Entwicklungen zu
widerstehen.“
Die CEU kennt diese Gefahr aus eigener Erfahrung. 2019 wurde die
Universität aufgrund des Gesetzes „Lex CEU“ aus Budapest vertrieben
und fand in Wien eine neue Heimat. Der Europäische Gerichtshof
erklärte das Gesetz zwar für unionsrechtswidrig, doch der Schaden
blieb – eine Mahnung, wie verletzlich Wissenschaftsfreiheit selbst
innerhalb der EU ist. Von Wien aus zeigt die CEU nun, wie Widerstand
und Erneuerung aussehen können. Etwa mit der “Invisible University
for Ukraine”, die ukrainischen Studierenden trotz Krieg Zugang zu
kritischem Diskurs verschafft.
Die Lehren aus dem Index sind eindeutig: Selbstzufriedenheit ist
gefährlich. Erosion passiert oft schleichend, bis Debattenräume enger
werden und kritische Stimmen verstummen. Nötig sind europaweit klare
Schutzmechanismen, verlässliche Finanzierung und internationale
Allianzen wie CIVICA. Der Verbund führender europäischer
Universitäten ist mehr als nur eine Plattform für Forschung und
Austausch. CIVICA setzt sich für gemeinsame Standards der Autonomie
ein und verleiht Universitäten eine stärkere Stimme gegenüber
politischen Eingriffen.
Denn wenn Universitäten verstummen, verliert auch die
Gesellschaft an Stimme. Europas Auftrag lautet: Wissenschaftsfreiheit
sichern heißt Demokratie sichern.
Über die CEU
Die 1991 gegründete und seit 2019 in Wien ansässige Central
European University (CEU) ist eine gemeinnützige Privatuniversität,
an der rund 1.500 Studierende aus mehr als 100 Ländern Bachelor-,
Master- und Doktoratsstudien absolvieren, die sowohl in den
Vereinigten Staaten als auch in Österreich akkreditiert sind. Unsere
mehr als 200 exzellenten Lehrenden bzw. Forschenden sorgen nicht nur
für ein herausragendes Betreuungsverhältnis von rund 7:1, sondern
auch für laufende externe Anerkennung in Form von prestigeträchtigen
Forschungspreisen und Drittmittelprojekten. Zugleich setzt sich die
Universität durch Programme wie die „Invisible University for
Ukraine“ für die Förderung von Chancengleichheit, Vielfalt, offenen
Gesellschaften und freiem Meinungsaustausch ein.